Vorpommern-Greifswald ist nach den Worten von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig Hochrisikogebiet.
Vorpommern-Greifswald ist nach den Worten von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig Hochrisikogebiet. Stefan Sauer
Coronavirus

Vorpommern-Greifswald wird nach neuer Verordnung Hochrisikogebiet

Vorpommern-Greifswald ist nach den Worten von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig Hochrisikogebiet. Das liegt nicht an gestiegenen Werten, sondern einer neuen Verordnung.
Greifswald

Nachdem Vorpommern-Greifswald vor einer knappen Woche für einen Tag über der Sieben-Tages-Inzidenz von 200 aktiven Corona-Fällen auf 100.000 Einwohner gelegen hatte, ist der Wert leicht gesunken. Trotzdem wollte Landrat und CDU-Landeschef Michael Sack am Freitagvormittag vor Journalisten nicht von einer wirklichen Entspannung der Lage reden. Die Zahlen würden ihn später am Tag bestätigten: Das Lagus meldete am späten Freitagnachmittag eine Inzidenz für Vorpommern-Greifswald von 200,7. Allerdings sank sie schon am Sonnabend wieder auf 196,9.

Zu diesem Zeitpunkt war die Zahl 200 als Grenzmarker zwischen keinem Hochrisikogebiet und einem Hochrisikogebiet jedoch schon wieder hinfällig. Früher am Nachmittag trat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) in Schwerin ebenfalls vor die Presse. Sie hatte den Freitagvormittag genutzt, um gemeinsam mit Vertretern der Kommunen die Lage im Land neu zu bewerten. Eines der Ergebnisse war: Vorpommern-Greifswald wird ein Hochrisikogebiet. Denn mit der neu beschlossenen Verordnung der Landesregierung reicht es für einen Kreis, eine Sieben-Tages-Inzidenz von 150 zu haben.

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Neue Allgemeinverfügung gilt ab kommender Woche

Da Sack das jedoch bereits am Vormittag geahnt hatte, war er bereit und konnte über die kommenden Tage sprechen. Eine Allgemeinverfügung sei bereits fertig und werde ab Montag gelten. „Wir haben in der vergangenen Woche alles aufgelassen, weil die Zahlen es hergegeben haben. In der kommenden Woche wird es neue Zahlen geben, dann haben wir zu agieren“, so der Landrat noch am Vormittag – am frühen Abend folgte der Vollzug: Ab Montag gelte eine neue Allgemeinverfügung im Kreis, die unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre, ein 15-Kilometer Bewegungsradius und die Notbetreuung in Schulen und Kitas regeln werde, hieß es in der abendlichen Presseerklärung. Natürlich wird es für alle Punkte einen Ausnahmenkatalog geben.

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Mit den neuen Maßnahmen, die nun doch auch in Vorpommern-Greifswald gelten werden, hofft die Schwesig vom fernen Schwerin aus, die Pandemie in den Griff zu bekommen. Ein Blick auf die Zahlen verrät schnell, dass die vergangene Woche nur der Tanz auf Messers Schneide waren. Zur Veranschaulichung: Während der 7-Tage-Inzidenzwert am vergangenen Sonntag bei 200,3 lag, ist er bis Donnerstag auf 195,2 gefallen. Diese Differenz in der Inzidenz von 5 entspricht 12 zusätzlichen Infizierten in 7 Tagen. Zum Vergleich: Im Kreis infizieren sich aktuell im Schnitt knapp 60 Personen am Tag. Damit die Inzidenz von aktuell 200,7 auf 150 gesenkt werden kann, müssten sich 118 Personen weniger anstecken als in der aktuell betrachteten Woche.

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Besonders Pflegeeinrichtungen sind betroffen

Im Kreis zeigt sich aktuell, dass das Virus vor allem in Pflegeeinrichtungen auftritt. Laut Informationen der Kreisverwaltung seien sieben Schulen und sechs Kitas mit je einem Fall betroffen. Dem gegenüber stehen jedoch neun Alten- und Pflegeheime mit insgesamt 125 positiv getesteten Mitarbeitern oder Bewohnern. Hinzu kommen 18 Kliniken oder Praxen und Pflegedienste. Hier spricht die Kreisverwaltung jedoch von einem „Fallgeschehen”, was bedeutet, dass mehrere Personen im Umfeld der Einrichtung betroffen sind. Dazu können auch beispielsweise Besucher gehören.

Update am 23.01.2021, 18 Uhr: Tagesinzidenz von Sonntag im ersten Absatz hinzugefügt.

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