Landeskriminalamt warnt

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Vorsicht, Trickbetrüger werden immer dreister

Einer der Tricks: Betrüger rufen bei unbescholtenen Menschen an und geben sich als Polizisten aus.
Einer der Tricks: Betrüger rufen bei unbescholtenen Menschen an und geben sich als Polizisten aus.
Martin Gerten

Betrüger versuchen immer öfter, die Menschen in MV über den Tisch zu ziehen. Die Fallzahlen haben sich vervierfacht. Einige Maschen sind besonders fies.

Die Zahl der erfassten Trickstraftaten im ersten Halbjahr 2018 in Mecklenburg-Vorpommern hat sich im Vergleich zu 2015 mehr als vervierfacht. Während vor drei Jahren nur 165 Fälle innerhalb der ersten sechs Monate bekannt wurden, waren es 2018 bereits 712, teilte das Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Auch im Vergleich zu 2017, als knapp 400 Fälle in den ersten sechs Monaten registriert wurden, ist die Zahl deutlich angestiegen.

Dass vor allem ältere Menschen Opfer dieser Straftaten werden, liegt nach Einschätzung des LKA daran, dass die Täter unter anderem vermuten, diese könnten eher überrumpelt werden. In jedem fünften Fall (20,2 Prozent) wurde den Angaben zufolge ein Geldgewinn in Aussicht gestellt, wenn man zuvor Gebühren bezahle. Durch diese Masche verlor ein Ehepaar auf Usedom rund 29 000 Euro, wie die Polizei im März mitteilte.

Schaden durch Betrüger deutlich erhöht

Durch diese Trickstraftaten sei in diesem Jahr bereits ein Schaden von mehr als 300 000 Euro entstanden. Damit liegt die Höhe ungefähr auf Vorjahresniveau. Im gesamten Jahr 2017 entstand ein Schaden von knapp 615 000 Euro, wie das LKA mitteilte. Die Jahre zuvor sei der Schaden jedoch deutlich niedriger gewesen. Dieser habe im gesamten Jahr 2016 bei knapp 375 000 Euro und im Jahr zuvor bei gut 275 000 gelegen.

Am häufigsten (30,7 Prozent) gaben sich Betrüger als vermeintliche Verwandte (sogenannter Enkeltrick) oder angebliche Polizisten (25,4 Prozent) aus. In jedem fünften Fall (20,2 Prozent) wurde den Angaben zufolge ein Geldgewinn in Aussicht gestellt, wenn man zuvor „Gebühren” bezahle. Die Beamten vermuten, dass der enorme Anstieg zumindest zum Teil auf eine höhere Bereitsschaft, Fälle tatsächlich anzuzeigen, zurückzuführen sei.