LINKE IM MV-LANDTAG

Vorwürfe an Doping-Opferhilfe werden Fall für Politik

Die Vorwürfe von ehemaligen DDR-Spitzensportlern gegen den Doping-Opferhilfe Verein werden die Landespolitik in MV beschäftigen.
Andreas Becker Andreas Becker
Im DDR-Sport - hier der Einmarsch der DDR-Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen 1980 - wurden Athleten zum Teil ohne ihr Wissen mit gefährlichen Substanzen gedopt. Die Aufarbeitung läuft bis heute.
Im DDR-Sport – hier der Einmarsch der DDR-Mannschaft bei den Olympischen Winterspielen 1980 – wurden Athleten zum Teil ohne ihr Wissen mit gefährlichen Substanzen gedopt. Die Aufarbeitung läuft bis heute. Archiv
Schwerin.

Die Berichterstattung im Nordkurier über den Doping-Opferhilfe Verein (DOH) schlägt Wellen in der MV-Landespolitik. Die Linksfraktion im Schweriner Landtag hat angekündigt, „die Landesregierung zu den Anschuldigungen zu befragen und den Vorwürfen nachzugehen“, wie der sportpolitische Sprecher der Linksfraktion, Karsten Kolbe, mitteilte. Es gelte, vermeintlich „unlautere Methoden beim DOH“ aufzuklären.

„Es ist sehr beunruhigend, wenn Betroffene und Opfer des Dopings im DDR-Leistungssport ausgerechnet dem Verein, der sie repräsentieren sollte, Mobbing, Schwindel und Täuschung vorwerfen. Es muss dringend geklärt werden, inwieweit es beim DOH – wie von Ex-DDR-Sportlern behauptet – tatsächlich Fälle gab, in denen Bürger zu Unrecht Entschädigungsleistungen aus dem Entschädigungs-Fonds für DDR-Dopinggeschädigte bezogen haben und ob diese Praxis der Führungsspitze des DOH bekannt war und geduldet wurde“, sagte Kolbe.

10500 Euro Entschädigung für Dopingopfer

Mehrere Betroffene, die früher selbst beim DOH mitgeholfen hatten, hatten dessen Praktiken und das Agieren seiner Vorsitzenden Ines Geipel in einem Nordkurier-Bericht scahrf kritisiert. Ihr Vorwurf: Der Verein bausche die Zahlen über Opfer im DDR-Leistungssport auf und prüfe nicht gründlich genug, ob Personen, die sich beim Verein melden, wirklich Opfer waren. Hintergrund: Die Bundesrepublik zahlt jedem anerkannten Dopingopfer 10 500 Euro Entschädigung.

Ines Geipel, Vorsitzende des DOH, mit den Vorwürfen konfrontiert, sagte gegenüber dem Nordkurier in der Sache lediglich, dass ihr Trittbrettfahrer, die möglicherweise zu Unrecht Entschädigungen kassieren würden, nicht bekannt seien. Auf weitere Nachfragen reagierte Geipel mit Beschimpfungen von Nordkurier-Redakteuren und juristischen Drohungen.

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