AfD-Landeschef über neuen Ostbeauftragten

„Wanderwitz ist eine totale Fehlbesetzung, ein Hassprediger”

„AfD und Gauland sind giftiger Abschaum”, sagte einmal Marco Wanderwitz (CDU), der nun Ostbeauftragter der Bundesregierung werden soll. Der AfD-Landeschef Leif-Erik Holm hält ihn deshalb für untragbar.
Leif-Erik Holm (AfD) und Marco Wanderwitz (CDU) im Deutschen Bundestag
Leif-Erik Holm (AfD) und Marco Wanderwitz (CDU) im Deutschen Bundestag dpa, Bildkombo
Berlin

Der AfD-Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, hält den designierten neuen Ostbeauftragten der Bundesregierung Marco Wanderwitz (CDU) für eine Fehlbesetzung. „Wanderwitz ist eine totale Fehlbesetzung und ganz offensichtlich von seinem Hass auf die AfD und damit auch ihre vielen ostdeutschen Wähler zerfressen. Es spricht Bände über den Zustand dieser Bundesregierung, dass so ein Hassprediger nun die Interessen der Ostdeutschen vertreten soll”, erklärte Holm, der auch Bundestagsabgeordneter ist, am Mittwoch. Von Wanderwitz sei „nichts weiter als Spaltung und Diffamierung zu erwarten”, dessen Ernennung sei „eine moralische und politische Bankrotterklärung”.

Wanderwitz hatte in der Nacht zu Mittwoch auf Twitter erklärt, zahlreiche Konten von Rechtsextremen blockiert zu haben. Darunter sind offenbar auch einige Profile von ostdeutschen Politikern der AfD.

Holm verwies auf einen Tweet, den Wanderwitz im November 2018 verfasst hatte. Darin kommentierte Wanderwitz eine Äußerung des AfD-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Alexander Gauland, mit den Worten: „Ein kranker Mann, zerfressen von Hass und Dummheit. Die AfD und Gauland sind giftiger Abschaum.” Gauland hatte in einem ZDF-Interview kritisiert, dass Deutschland an den Siegesfeiern zum Ende des Ersten Weltkriegs in Frankreich teilnehmen will. Damit würde „Geschichte nachträglich umgeschrieben werden”.

„Skandalöse Entgleisung ignoriert”

„Es ist auch bezeichnend, dass die skandalösen Entgleisungen von Wanderwitz in der öffentlichen Debatte schulterzuckend ignoriert werden, während Herr Hirte in einer peinlichen Hexenjagd aus dem Amt gejagt wird”, so Holm weiter. Der Thüringer Christian Hirte (CDU) musste zuvor zurücktreten, weil er dem FDP-Politiker Thomas Kemmerich zur Wahl zum Thüringer Ministerpräsidenten mittels Stimmen der AfD gratuliert hatte.

Sollte die Bundesregierung an der Ernennung von Wanderwitz festhalten, „wäre die Kritik Merkels an 'Hass und Hetze' in der Gesellschaft nur noch ein schlechter Witz”, so Holm.

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