ABGESACKTE AUTOBAHN

Waren die Säulen der A20-Brücke zu schwach?

Die Bilder von der eingebrochenen Autobahn 20 bei Tribsees machen auch noch nach Tagen fassungslos. Einen Grund für das Fiasko schließt ein Autobahnplaner aus.
dpa
Das war einmal die Autobahnbrücke über das Trebeltal.
Das war einmal die Autobahnbrücke über das Trebeltal. Bernd Wüstneck
Risse klaffen an dem abgesackten Autobahnteilstück der A20 an der Trebeltalbrücke bei Tribsees. Die Fahrbahn in Richtung Westen war Ende September auf rund 100 Metern Länge etwa einen halben Meter abgesackt, jetzt ist sie metertief weggebrochen.
Risse klaffen an dem abgesackten Autobahnteilstück der A20 an der Trebeltalbrücke bei Tribsees. Die Fahrbahn in Richtung Westen war Ende September auf rund 100 Metern Länge etwa einen halben Meter abgesackt, jetzt ist sie metertief weggebrochen. Bernd Wüstneck
Tribsees.

Der deutsche Autobahnplaner Deges hat Berichte zurückgewiesen, beim Bau der bei Tribsees abgesackten Autobahn 20 seien zu dünne Stützsäulen in dem moorigen Gebiet verwendet worden. Die Säulen hätten einen Durchmesser von 18 bis 22 Zentimeter, sagte Deges-Sprecher Michael Zarth. Sie seien damit stärker als der geprüfte und genehmigte Durchmesser, der 15 Zentimeter betrage. Auch seien die Säulen, die den Damm stützen, auf dem die A 20 verläuft, direkt im Einsatzgebiet vorab getestet worden, sagte der Sprecher.

In den vergangenen Tagen war auf der Fahrspur in Richtung Rostock auf einer Länge von etwa 100 Metern die Autobahn abgebrochen. In diesem Abschnitt ist ein nun riesiges Loch von etwa 10 Metern Breite, 40 Metern Länge und durchschnittlich 2,50 Meter Tiefe entstanden. Grund ist vermutlich eine sogenannte Torflinse, über die die Autobahn verläuft. Der Verkehr Richtung Rostock wird umgeleitet, der in Richtung Stettin ist noch auf einer Spur möglich. Die „Ostsee-Zeitung” hatte berichtet, beim Bau seien möglicherweise zu dünne Stützsäulen verwendet worden.

Eine umfassende Antwort, warum die A20-Brücke einbrach, kann es erst geben, wenn das vom Land bestellte Gutachten vorliegt. Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) hatte bereits von "Pfusch" beim Bau gesprochen.

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