Verdi

Warnstreik an Uni-Klinik Greifswald hat begonnen

Die Corona-Zahlen steigen, dennoch hat der Warnstreik an der Universitätsmedizin Greifswald begonnen. Neben einer Kundgebung könnte es während des Streiks auch einen Protestzug geben.
An der Unimedizin in Greifswald wird gestreikt.
An der Unimedizin in Greifswald wird gestreikt. Arne Immanuel Bänsch (Symbolbild)
Greifswald

Die Gewerkschaft Verdi hat am Montag die Beschäftigten der Universitätsmedizin Greifswald zum Warnstreik aufgerufen. Der Ausstand habe wie geplant mit Beginn der ersten Frühschichten um kurz vor 6 Uhr begonnen, bestätigte die Streikleitung am Montagmorgen.

Um 10 Uhr ist eine zentrale Kundgebung vor dem Klinikum geplant. Je nach Streikverlauf könne es auch einen Protestzug in Greifswald geben, teilte die Gewerkschaft mit. Enden soll der Warnstreik mit den letzten Spätschichten. Wie viele Beschäftigte sich beteiligen, konnte die Streikleitung am Morgen noch nicht abschätzen.

Was gefordert wird

Der Ausstand ist eine Reaktion der Gewerkschaft auf die aktuellen Tarifverhandlungen für Beschäftigte im Öffentlichen Dienst der Länder. Verdi und der Beamtenbund dbb fordern unter anderem für die 29.000 Arbeitnehmer und 15.000 Beamten in Mecklenburg-Vorpommern fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich; im Gesundheitswesen werden 300 Euro mehr verlangt.

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Auszubildende, Studierende und Praktikanten sollen monatlich 100 Euro mehr bekommen. In der zweiten Verhandlungsrunde zwischen Verdi und der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) hatte es zunächst keine Einigung gegeben.

Streik in der Corona-Pandemie

Verdi-Streikleiter Steffen Kühhirt ging vergangene Woche davon aus, dass sich der Aufruf an mindestens 80 Prozent der Beschäftigten richtet, darunter Pflegepersonal, Therapeuten oder Laborbeschäftigte. Nicht erfasst von dem Warnstreik seien unter anderem Ärzte, die einem eigenen Tarifsystem angehören.

Kühhirt räumte auf Nachfrage ein, dass die Entscheidung für einen Warnstreik mitten in der Corona-Pandemie nicht leicht gefallen sei. Die Beschäftigten stünden wegen der aktuellen Lage unter großem Arbeitsdruck. Zugleich sei aber die Enttäuschung groß, dass es von Seiten der Arbeitgeber nur ein „Null-Angebot” gebe.

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