Während des Warnstreiks am Monag soll die medizinische Versorgung durch die Uniklinik Greifswald gesichert sein.
Während des Warnstreiks am Monag soll die medizinische Versorgung durch die Uniklinik Greifswald gesichert sein. Stefan Sauer (Archivbild)
Verdi

Warnstreik-Welle erfasst Unimedizin Greifswald

Warnstreik: Zu Wochenbeginn wird es im Uniklinikum Greifswald Einschränkungen in der medizinischen Versorgung geben. Wie werden die Notdienste abgesichert?
Greifswald

Mitten in der wieder zugespitzten Corona-Krise hat die Gewerkschaft Verdi die Tarifbeschäftigten der Universitätsmedizin Greifswald am Montag zu einem Warnstreik aufgerufen. Hintergrund sind die festgefahrenen bundesweiten Tarifverhandlungen für Landesbeschäftigte. Mit einer Welle von Warnstreiks will den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. In Mecklenburg-Vorpommern ist das Uniklinikum Greifswald betroffen.

Nach Angaben von Verdi Nord soll der Warnstreik vom Beginn der Frühschicht bis zum Ende der Spätschicht andauern. Nachtdienste sollen nicht betroffen sein. Verdi-Streikleiter Steffen Kühhirt geht davon aus, dass sich der Aufruf an mindestens 80 Prozent der Beschäftigten richtet, darunter Pflegepersonal, Therapeuten oder Laborbeschäftigte. Nicht erfasst von dem Warnstreik seien unter anderem Ärzte, die einem eigenen Tarifsystem angehören.

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Verdi sieht Verantwortung bei Arbeitgebern

Kühhirt räumte auf Nachfrage ein, dass die Entscheidung für einen Warnstreik mitten in der Corona-Pandemie nicht leicht gefallen sei. Die Beschäftigten stünden wegen der aktuellen Lage unter großem Arbeitsdruck. Zugleich sei aber die Enttäuschung groß, dass es von Seiten der Arbeitgeber nur ein „Null-Angebot” gebe. Der Streikleiter bezeichnete das Verhalten der Arbeitgeber in den bisherigen zwei Verhandlungsrunden als „fahrlässig und unanständig”. Deswegen liege die Verantwortung für den Streik bei den Arbeitgebern.

Die Universitätsmedizin Greifswald verwies darauf, dass das Klinikum als Mitglied der Tarifgemeinschaft der Länder keine eigenständigen Tarifverhandlungen führe. Die Teilnahme an Warnstreiks sei ein verfassungsrechtlich geschütztes Grundrecht. Die Verantwortlichen setzten alles daran, die Beeinträchtigungen für die Patienten so gering wie möglich zu halten.

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Streit um Notdienstvereinbarung

Die Versorgung aller Patienten werde zu jeder Zeit gewährleistet. Es gebe durch die Leitung des Hauses keine Anweisung, planbare Eingriffe vorsorglich zu verschieben, so ein Sprecher. Nach Informationen des Nordkurier streiten Verdi und Klinik derzeit um eine Notdienstvereinbarung.

Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die mehr als eine Million Landesbeschäftigten fünf Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 150 Euro monatlich, im Gesundheitswesen sogar 300 Euro mehr. Auszubildende, Studierende und Praktikanten sollen monatlich 100 Euro mehr bekommen. Das haben die Arbeitgeber bisher als unrealistisch abgelehnt.

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