Bleibt die Warnstufe Rot zu lange bestehen, kann es wieder zu Schließungen in MV kommen (Symbolbild).
Bleibt die Warnstufe Rot zu lange bestehen, kann es wieder zu Schließungen in MV kommen (Symbolbild). Jens Büttner
Corona-Maßnahmen

Warnstufe Rot in MV – welche Regeln dann gelten und was noch droht

Warnstufe Rot: In einem Landkreis schon Realität, in anderen sowie ganz MV nicht mehr fern. Welche Corona-Regeln gelten und was passiert, wenn die Zahlen weiter steigen, lesen Sie hier.
Schwerin

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte macht es vor und bald könnte ganz MV nachziehen: Die Warnstufe Rot auf der Maßnahmenkarte der Landesregierung kommt einem Lockdown für Ungeimpfte gleich. Trotz der deutlich verschärften Maßnahmen ist sie aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Denn Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) schloss am Donnerstag auch einen Lockdown nicht mehr aus.

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Dieser ist möglich, wenn die rote Gefahrenstufe der Maßnahmenkarte sieben Tage lang anhält und die Versorgung von Patienten gefährdet ist. Bisher gilt nur in der Mecklenburgischen Seenplatte die Warnstufe Rot, hauptsächlich* weil hier die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz an drei aufeinander folgenden Tagen über dem Wert 9,0 lag. Der Landkreis Vorpommern-Rügen ist seit einem Tag auf der Karte rot eingefärbt, ganz Mecklenburg-Vorpommern ist mit einer Hospitalisierungsinzidenz von 8,6 nicht mehr weit davon entfernt.

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2G-Plus in MV

Schon die aktuell für ganz MV geltende Warnstufe Orange hat weitreichende Folgen. Denn in Teilen des öffentlichen Lebens für Innenbereiche gilt damit schon jetzt die sogenannte 2G-plus-Regel – also abgesehen von Ausnahmen nur Zutritt für Geimpfte und Genesene mit tagesaktuellem negativem Corona-Test.

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Dies trifft zu bei Messen, Feiern außerhalb der eigenen vier Wände, in Kinos, Theatern, Konzerten, Museen, Schwimmbädern oder Fitnessstudios. Auch für körpernahe Dienstleistungen (Kosmetik- oder Tattoostudios) gilt 2G plus – es sei denn, es handelt sich um medizinisch oder pflegerisch notwendige Behandlungen. Für Friseure gilt das etwas lockere 3G – also Zutritt für Geimpfte, Genesene oder Menschen mit negativem Corona-Test. Ein komplette Übersicht finden Sie im Infokasten unter diesem Artikel.

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Ist der Aufenthalt in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder anderen touristischen Betrieben nicht zwingend beruflich oder medizinisch erforderlich, gilt hier 2G plus ebenso wie beim Erwachsenensport im Amateurbereich für Zuschauer und Sportler – im Profibereich für Zuschauer. Während auf Weihnachtsmärkten grundsätzlich die 2G-Regel (Zugang nur für Geimpfte und Genesene, ohne zusätzlichen Test) gilt, sind Tanzveranstaltungen in Clubs und Discos gänzlich verboten. Zudem sind die Teilnehmerbegrenzungen auf 50 Prozent der Kapazität bei Veranstaltungen in Innen- und auch Außenbereichen einzuhalten.

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Die Corona-Regeln bei Warnstufe Rot

Und was passiert bei Rot? Dann treten zusätzlich weitere Maßnahmen in Kraft. Nochmal zur Verdeutlichung und weil man schnell den Überblick verliert: In der Mecklenburgischen Seenplatte ist das jetzt schon der Fall. Private Treffen sind nur noch mit maximal 5 Personen aus bis zu 2 Haushalten in Innenbereichen bzw. 10 Personen unabhängig von der Anzahl der Haushalte in Außenbereichen möglich. Geimpfte, Genesene und Kinder unter 14 Jahren werden dabei nicht mitgezählt.

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Neben diesen Kontaktbeschränkungen greift in Teilen des Einzelhandels die 2G-Regel. Nur noch Geimpfte und Genesene dürfen in bestimmten Geschäften einkaufen gehen – brauchen dafür aber nicht wie bei 2G-Plus einen zusätzlichen Corona-Test. Ausgenommen von der 2G-Regel sind folgende Bereiche, in denen das Einkaufen weiterhin ohne Beschränkungen möglich ist:

  • Lebensmittel
  • Bücher oder Zeitungen
  • Weihnachtsbäume
  • Blumenläden
  • Bau- oder Gartenbaumärkte
  • Wochenmärkte für Lebensmittel
  • Direktvermarkter von Lebensmitteln
  • Abhol- oder Lieferdienste
  • Getränkemärkte
  • Reformhäuser
  • Babyfachmärkte
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Drogerien
  • Optiker
  • Hörgeräteakustiker
  • Tankstellen
  • Tierbedarfsmärkte
  • Futtermittelmärkte
  • Großhandel

Bei Veranstaltungen im Innenbereich gilt laut der Landesregierung weiterhin die 2Gplus-Regel. Allerdings dürfen bei der Warnstufe Rot nur noch 30 Prozent (und nicht mehr 50 Prozent) der Sitzplätze vergeben werden. Bei Sportveranstaltungen und anderen Außenveranstaltungen ist es ebenso. Sofern die Kapazität ausreicht, beträgt die Obergrenze 7.250 Zuschauer.

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Besucher von Weihnachtsmärkten und ähnlichen Märkten müssen bei Rot geimpft oder genesen sein und zusätzlich einen tagesaktuellen Corona-Test vorlegen. Weiterhin gilt im Kinder- und Jugendsport, in Jugendkunst- und Jugendmusikschulen die 2G-Regel.

Zu lange Rot? Lockdown!

Das war aber noch nicht alles. Wie schon Stefanie Drese betonte, sind nach mindestens sieben Tagen Warnstufe Rot auch Schließungen möglich. Dies gilt insbesondere für die Innenbereiche. Möglich ist beispielsweise eine Schließung des Kultur- und Freizeitbereichs, der Gastronomie sowie die Absage von Veranstaltungen. Der Profisport müsste dann wieder ohne Zuschauer auskommen.

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*Ein Landkreis kann auch mit niedrigerer 7-Tage-Inzidenz der Hospitalisierungen der Gefahrenstufe Rot zugeordnet werden, wenn die Neuinfektionen, Zahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern und die Auslastung der Intensivstationen einen kritischen Wert erreicht. Andersherum kann die Hospitalisierungen bei Landkreisen auch mehr als drei Tage rot sein, ohne dass die Warnstufe eintritt, wenn es bei diesen Werten nicht so kritisch aussieht.

Die 2G plus-Regelungen in der Schutzstufe „orange“ umfassen im Innenbereich:

  • Gastronomie (inkl. geschlossene Gesellschaften)
  • touristische Beherbergung (Ausnahmen gibt es für berufliche bedingte oder medizinische Aufenthalte sowie Beerdigungen.)
  • Körpernahe Dienstleistungen (mit Ausnahme Frisör und Heilmittelbereich)
  • Kino
  • Theater
  • Konzerthäuser
  • Kulturelle Ausstellungen
  • Museen
  • Bibliotheken
  • Archive
  • Chöre und Musikensembles
  • Zirkusse
  • Zoos
  • Tier- und Vogelparks
  • botanische Gärten
  • Fahrgastschifffahrt
  • Reisebusveranstaltungen, etc.
  • Indoorspielplätze und Indoorfreizeit
  • Schwimm- und Spaßbäder
  • Fitnessstudios
  • Tanzschulen
  • Spielhallen, Spielbanken
  • Sozikulturelle Zentren
  • Messen und Ausstellungen
  • Erbringung sexueller Dienstleistungen
  • Vereinsbasierter Sport, Sportler/innen und Zuschauende über 18 Jahre
  • Profisport Zuschauende
  • Musik- und Jugendkunstschulen, Personen über 18 Jahre

 

Ausgenommen von der 2G plus-Regel sind:

  • Kinder, die noch nicht 7 Jahre alt sind
  • Kinder von 7 bis 11 Jahren, wenn sie einen negativen tagesaktuellen Test vorlegen.
  • Jugendliche von 12 bis 17 Jahren und Schwangere (jeweils bis 31.12.2021). Auch sie müssen einen tagesaktuellen negativen Test vorlegen.
  • Personen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, wenn sie einen negativen tagesaktuellen Test vorlegen können.
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