Unsere Themenseiten

Feine Adressen

:

Warum verkauft das Land jetzt Wohnungen?

171 Wohnungen hat die Landesregierung bereit in den vergangenen Jahren verkauft.
171 Wohnungen hat die Landesregierung bereit in den vergangenen Jahren verkauft.
Daniel Karmann

Zum Besitz des Landes Mecklenburg-Vorpommern gehören feine Adressen, unter anderem auf Riems und in Schwerin. Jetzt werden Wohnungen verkauft. Dabei ging schon einmal etwas schief.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern betätigt sich auch als Wohnungsvermieter: 221 Appartements befinden sich aktuell in landeseigenen Immobilien – ein großer Teil davon auf der Insel Riems bei Greifswald. Allein dort verfügt das Land an den Straßen Südufer und Boddenblick über 56 Wohnungen, wie aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Landtag hervorgeht.

In einem landeseigenen Wohnblock in der Wismarer Bürgermeister-Haupt-Straße im Eigentum des Landes sind demnach 24 Wohnungen, in der Mühlentwiete in der Schweriner Innenstadt sogar 97. Auch feine Adressen gehören zum Bestand, wie zwei Appartements in der Schweriner Schlossgartenallee. Bei diesem Haus handelt es sich um das Nebengebäude einer Villa, in der die Wirtschaftsfördergesellschaft des Landes, Invest in MV, residiert.

Linke kritisieren Haltung zum Verkauf

Von Teilen seiner Grundstücke mit Wohnungen will sich das Land den Angaben zufolge trennen. Wie viele in welchem Zeitraum verkauft werden sollen und um welche es sich handelt, geht aus der Antwort nicht hervor. In den vergangenen zehn Jahren hat das Land neun Wohnblöcke mit zusammen 171 Wohnungen veräußert.

Nach Angaben der Linken ging dabei nicht alles glatt. Die Fraktion schreibt in der Kleinen Anfrage von einem Fall, in dem den Mietern Heizung, Warmwasser und Fernsehempfang abgestellt worden seien, weil der Erwerber keine Nebenkosten gezahlt habe. Laut Finanzministerium handelt es sich wohl um einen Einzelfall. Ähnlich gelagerte Erkenntnisse lägen nicht vor, heißt es. „Grundsätzliche Änderungen am Verkaufsverfahren scheinen deshalb nicht angezeigt.”

Die Fraktionsvorsitzende der Linken, Simone Oldenburg, kritisierte diese Haltung. Sie forderte von der Landesregierung, bei künftigen Verkäufen Sicherheiten für die Mieter auszuhandeln. „Derjenige Käufer muss den Zuschlag erhalten, dem soziale Belange und der Mieterschutz wichtig sind”, sagte sie. Langfristig rentiere sich das mehr als eine einmalige höher ausfallende Einnahme.