FELDBRÄNDE IN MV

Was passiert jetzt mit den ganzen abgebrannten Äckern?

In ganz Mecklenburg-Vorpommern brennen wegen der langanhaltenden Trockenheit die Felder. Das hat Folgen für die Bauern, aber auch für den Ackerboden.
Sebastian Langer Sebastian Langer
Beim Bekämpfen von Feldbränden wie hier in Brinckmansdorf bei Rostock stehen Anwohner und Feuerwehr manchmal Seit’ an ’Seit.
Beim Bekämpfen von Feldbränden wie hier in Brinckmansdorf bei Rostock stehen Anwohner und Feuerwehr manchmal Seit’ an ’Seit. Stefan Tretropp
Neubrandenburg.

Ein Feldstein, der am Mähdrescher Funken schlägt, eine achtlos weggeworfene Zigarette, ein am falschen Ort parkendes aufgehitztes Auto oder schlicht ein Vogel, der wie am Dienstag bei Rostock brennend von einer Oberleitung fällt – es geht derzeit in der Region sehr schnell, dass ein Acker in Brand gerät. Mehr als ein Dutzend größerer Feldbrände musste die Feuerwehr in den vergangenen Tagen in Vorpommern und der Seenplatte löschen, mehr als eine halbe Million Euro Schaden ist auf diese Weise laut Landwirtschaftsministerium entstanden.

Doch was genau passiert mit dem Ackerboden, wenn er gebrannt hat? Dramatische Folgen für die Bodenqualität habe so ein Feldbrand nicht, heißt es von den Experten im Ministerium. Auch Pflanzenbaureferent Frank Schiffner vom Bauernverband MV sieht für die Böden „keine wesentliche Beeinträchtigung” durch die Brände. Das Bodenleben stürbe nur in einer dünnen Schicht von bis zu drei Zentimetern unter der Oberfläche durch die Hitzeeinwirkung ab, und „in dieser Trockenheit kriecht da oben sowieso kaum noch etwas, was sterben kann”, wie es Frank Schiffner formuliert.

Doch selbst die verbrannte Erde regeneriere sich sehr schnell selbst wieder. Da die Aschen zudem sehr nährstoffreich seien, wirkten sich Brände auf die Bodenqualität „neutral bis positiv” aus, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium. Allerdings fällt diese Wirkung kaum bis wenig ins Gewicht, weil meist nur Teile der Fläche verbrennen. Die Bauern können das Wiederbeleben ihrer Böden außerdem durch begleitende Bodenbearbeitung forcieren.

Feuerlöscher ist in Erntemaschinen Vorschrift

Dennoch ist der finanzielle Schaden für die betroffenen Landwirte immens. Frank Schiffner vom Bauernverband schätzt zwar, dass die Mehrzahl der Bauern im Land gegen den Verlust ihrer Ernte versichert sind und wenigstens einen Teil ihrer Ausfälle ersetzt bekommen. Aber wenn die ohnehin durch die lange Trockenheit schon schmale Ernte noch mit verkohlten Feldern, verbrannten Landmaschinen und im Zweifel höheren Versicherungsbeiträgen garniert wird, dürften so einige Landwirtschaftsbetriebe in die roten Zahlen rutschen. Der Bauernverband schätzt, dass es bis zu einem Drittel der Betriebe nicht aus eigener finanzieller Kraft bis zur nächsten Ernte schaffen könnte.

Auch der Einsatz von zusätzlichen Wasserwagen und Pfluggeräten zur Vorbeugung und Bekämpfung von Feldbränden muss organisiert und bezahlt werden. Allerdings helfen sich die Bauern diesbezüglich auch immer mal wieder gegenseitig mit Maschinen und tatkräftiger Hilfe aus, wenn es auf dem Acker brenzlig wird. Ein Feuerlöscher hingegen sollte laut Vorschrift ohnehin längst in allen Erntemaschinen zur Standardausstattung gehören.

Einigen Vorwürfen aus den sozialen Medien, dass Landwirte die Feuer mit Blick auf hoch dotierte Versicherungen selbst legen würden, weist der Bauernverband in einem Facebook-Beitrag scharf zurück:

Die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern kommen langsam an ihre Grenzen, denn überall in MV lodern immer wieder Feuer auf. Aber nicht nur Äcker und Felder stehen in Brand. Eine Zusammenfassung der vergangenen Tage finden Sie hier.

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