QUARANTÄNE

Was tun beim Corona-Fall in der Schule? Info-Flyer wirft Fragen auf

Tausende MV-Schüler sind in Quarantäne. Für die Familien eine außergewöhnliche, vielleicht sogar beängstigende Situation. Hinweise, was in so einem Fall zu tun und zu lassen ist, haben Eltern aber erst spät bekommen.
Schule in Corona-Zeiten: Das kann bedeuten, dass ganze Klassenstufen von einem Tag auf den anderen in Quarantäne müs
Schule in Corona-Zeiten: Das kann bedeuten, dass ganze Klassenstufen von einem Tag auf den anderen in Quarantäne müssen (Symbolbild). Uli Deck
Schwerin.

Am Dienstagabend hat das Bildungsministerium von Mecklenburg-Vorpommern mitgeteilt, dass sich 4.104 Schüler und 297 Lehrkräfte im Land in Quarantäne befinden. Seit Wochen werden in MV immer wieder Schulen aufgrund von Corona-Fällen geschlossen oder die Kinder werden klassenstufeweise nach Hause geschickt. Allein Anfang dieser Woche waren laut des Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) an 43 MV-Schulen Corona-Infektionen gemeldet worden.

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Doch was dann? Wie geht es weiter? Was muss ich als Elternteil beachten? Welche Pflichten habe ich? Wann und von wem bekomme ich Informationen darüber, wie es mit der Quarantäne meines Kindes weitergeht? Muss ich selbst auch in Quarantäne?

Eltern fühlten sich alleingelassen

In regelmäßigen Abständen wurden dem Nordkurier solche und viele weitere Fragen gestellt, sehr oft verbunden mit dem Vorwurf, dass man sich in dieser schwierigen und alles andere als alltäglichen Situation vollkommen alleingelassen fühle.

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Als bereits tausende Schüler in Quarantäne sind – oder diese schon lange wieder hinter sich hatten-, verschickte das Bildungsministerium einen knapp zweiseitigen Flyer, in dem den Eltern in MV erklärt wird, was im Fall einer Corona-Infektion zu tun ist. „Sehr geehrte Erziehungsberechtigte, sollte es an der Schule Ihres Kindes/Ihrer Kinder in den nächsten Tagen oder Wochen einen bestätigten COVID–19–Fall geben, ist dies kein Grund zur Panik”, lautet der erste Satz in dem Schreiben, welches viele Haushalten deutlich zu spät erreicht haben dürfte.

Es ist im Auftrag der Landesregierung am Freitag, 20. November, an alle öffentlichen allgemein bildenden und beruflichen Schulen des Landes versandt worden. Sodann oblag es den jeweiligen Schulleitern, den Eltern die E-Mail mit dem Flyer weiterzuleiten.

Hier finden Sie den Flyer in kompletter Länge.

Vorabinformationen, die keine sind

Der Nordkurier hat beim Bildungsministerium nachgefragt, warum den Eltern nicht beispielsweise direkt nach den Sommerferien diese Hilfestellungen an die Hand gegeben worden sind. Dann wären die Vorabinformationen, von denen dort die Rede ist, auch tatsächlich für alle Betroffenen Informationen vorab gewesen: „Sowohl die Schule mit ihrem Hygieneplan als auch das Gesundheitsamt haben für solche Fälle feste Abläufe, die wir Ihnen als Vorabinformation in diesem Flyer zukommen lassen möchten”, heißt es nämlich.

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Die Antwort ließ trotz mehrfacher Nachfragen drei Tage lang auf sich warten und fiel denkbar knapp aus. Man habe „seit Beginn der Corona-Krise im März 2020 eine Vielzahl von Informationen an Lehrkräfte und Eltern versandt. Hinweisschreiben werden der jeweiligen Situation angepasst”, schreibt ein Pressesprecher des Ministeriums. Ein Flyer für den Fall einer auftretenden Corona-Infektion war bisher jedoch nach unserem Wissen noch nicht dabei.

Aber es kann ja sein, dass nun plötzlich ein dringender Bedarf an diesen Informationen bestand und daher die Initiative ergriffen wurde. Unsere Fragen diesbezüglich, etwa ob es konkrete Anfragen von Schulen oder Eltern gegeben habe, blieben jedoch ebenso unbeantwortet, wie die Frage ob es Hinweise darauf gab, dass sich Schüler oder Eltern im Quarantänefall falsch verhalten hätten.

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