Vorwürfe gegen IAG

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Werden auf der Deponie Ihlenberg Grenzwerte überschritten?

Werden auf der Deponie Ihlenberg regelmäßig Abfälle gelagert, bei denen die zulässigen Grenzwerte von gesundheitsgefährdenden Schwermetallen überschritten werden?
Werden auf der Deponie Ihlenberg regelmäßig Abfälle gelagert, bei denen die zulässigen Grenzwerte von gesundheitsgefährdenden Schwermetallen überschritten werden?
ZB

Die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft gerät durch einen internen Prüfbericht unter Druck. Autor: der Mann von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft (IAG) in Nordwestmecklenburg soll einem internen Prüfbericht zufolge regelmäßig Abfälle lagern, bei denen die zulässigen Grenzwerte von gesundheitsgefährdenden Schwermetallen überschritten werden. Autor des Berichtes ist der ehemalige Abteilungsleiter Stefan Schwesig, der Ehemann von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD).

Die Geschäftsführung wies die Vorwürfe am Mittwoch zurück. Der Umgang der IAG mit Abfällen sei vollständig rechtskonform, teilte das Unternehmen mit. Die IAG-Geschäftsführung äußerte jedoch Befremden darüber, dass bei der Erstellung und Vorlage des Berichtes die Wege eines sonst üblichen betrieblichen Revisionsverfahrens nicht eingehalten wurden.

Deponie gehört zu den größten in Europa

Die Schweriner Volkszeitung berichtet unter Berufung auf den Bericht an den Aufsichtsrat von Grenzwertüberschreitungen bei Zink um 9500 Prozent, bei Cadmium um mehr als 3000 Prozent und bei Quecksilber um 17 900 Prozent. Mit der Entsorgung mancher Abfälle beschäftigte Mitarbeiter hätten über Übelkeit und gesundheitliche Einschränkungen geklagt.

Die IAG mit mehr als 120 Mitarbeitern gehört nach eigenen Angaben zu den größten Deponien Europas. Im Jahr 2016 wurden demnach knapp 578.000 Tonnen Müll aufgenommen, auch aus dem EU-Ausland wie Italien und Dänemark.

Mitarbeiter ausreichend geschützt?

IAG-Geschäftsführer Norbert Jacobsen bestätigte, dass Schwesig Ende September nach etwa 15 Jahren die IAG auf eigenen Wunsch verließ, und betonte, die von Schwesig kritisierten Parameter-Überschreitungen seien keine Überschreitung von Grenzwerten etwa für die Gesundheitsgefährdung. "Die Abfälle sind keine hochtoxischen Stoffe", sagte er der dpa. Es gehe vielmehr um Werte, die über die Art der Deponierung in drei Schadstoffklassen oder die Verbrennung als Sondermüll entschieden. Bei der Deponierung sollen bestimmte Werte nicht überschritten werden, damit keine schädlichen Stoffe etwa über Be- und Entlüftungssysteme in die Umwelt geraten können.

Dabei gebe es jedoch Spielräume. Dennoch könne das Unternehmen belegen, dass die Mitarbeiter ausreichend geschützt seien und dass nicht für einen kurzfristigen betriebswirtschaftlichen Erfolg der Umweltschutz vernachlässigt werde. Gesundheitliche Beschwerden der Mitarbeiter seien der Geschäftsführung nicht bekannt.