MORDPROZESS IM FALL LEONIE

▶ "Abartig bist du": Vater von Leonie beschimpft Stiefvater im Gericht

Der Prozess am Landgericht Neubrandenburg gegen den Stiefvater der toten Leonie aus Torgelow hat begonnen. David H. soll das Kind so schwer misshandelt haben, dass es an den Folgen starb. Leonies leiblicher Vater sagte ihm vor Gericht deutlich die Meinung.
Gerald Bahr Gerald Bahr
Andreas Becker Andreas Becker
Matthias Stiel Matthias Stiel
Der leibliche Vater von Leonie zusammen mit seiner Lebensgefährtin.
Der leibliche Vater von Leonie zusammen mit seiner Lebensgefährtin. Andreas Becker
Beim Einlass in den Gerichtssaal in Neubrandenburg wurde es aufgrund des großes Interesses an dem Prozess eng.
Beim Einlass in den Gerichtssaal in Neubrandenburg wurde es aufgrund des großes Interesses an dem Prozess eng. Gerald Bahr
Mordprozess Leonie
Mordprozess Leonie Andreas Becker
Leonies leiblicher Vater zusammen mit seinem Anwalt. Er ist Nebenkläger in dem Prozess.
Leonies leiblicher Vater zusammen mit seinem Anwalt. Er ist Nebenkläger in dem Prozess. Andreas Becker
Sicherheitskontrollen vor dem Einlass.
Sicherheitskontrollen vor dem Einlass. Andreas Becker
Neubrandenburg.

In Neubrandenburg hat am Dienstag um 9.30 Uhr der Prozess um den gewaltsamen Tod der sechsjährigen Leonie aus Torgelow begonnen. Mehr als eine Stunde vor Verhandlungsbeginn bildete sich vor dem Landgericht bereits eine Schlange. In diese reihte sich auch Oliver E., der leibliche Vater von Leonie, ein.

Kurz vor neun Uhr wurden er und andere Zuschauer des Prozesses ins Gebäude gelassen. Vor den Sicherheitskontrollen wurde es aufgrund des großen Interesses an dem Fall eng. Sowohl Besucher als auch Vertreter von Presse und Fernsehen waren vor Ort. Der Raum ist voll.

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Chronologie: Der Tod der sechsjährigen Leonie in Torgelow hat die ganze Region erschüttert. Hier zeichnen wir nach, was bisher geschah.
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Aggressive Stimmung im Gericht

Angeklagt ist David H., der 28 Jahre alte Stiefvater des Mädchens. Als dieser am Dienstag den Gerichtssaal betrat, schimpfte Oliver E., der leibliche Vater von Leonie: "Feige bist du, abartig bist du!" Während sich beide im Gericht gegenübersaßen, zeigte David H. dem Vater den Stinkefinger. Oliver E. war außer sich: "Du Viehzeug, du!" Die Stimmung war aggressiv.

"Er hat sein Gesicht zu zeigen!", brüllte E. weiter, als der Angeklagte David H. sich so lange regungslos hinter Pappordnern versteckte, bis die Kameras weg waren.

Richter Jochen Unterlöhner ahnte offensichtlich, was da innerhalb der nächsten Verhandlungstage auf ihn zukommt und sagte kurz vor Prozessbeginn: "Das wird ein emotionales Verfahren für alle."

So grausam wurde Leonie misshandelt

Die Staatsanwaltschaft wirft David H. Mord durch Unterlassen und Misshandlung von Schutzbefohlenen in sieben Fällen vor. Seit Juli dieses Jahres sitzt er in Neustrelitz in Untersuchungshaft. Der Beschuldigte soll Leonie derart misshandelt haben, dass das Kind im Januar an den Verletzungen starb.

+++ Hier finden Sie alle Artikel zum Todesfall Leonie +++

Zu Beginn des Prozesses las die Anklage eine lange Liste mit heftigen Verletzungen vor. Es herrschte Totenstille im Saal. Die Rede war von Knochenbrüchen, schweren Verletzungen am Kopf, die sechsjährige Leonie sei zudem geschüttelt, immer wieder getreten und geschlagen worden. Laut Anklage habe David H. die Mutter währenddessen beiseite geschoben und ihr Handy versteckt, um zu vermeiden, dass sie Hilfe rufen könne.

David H. will sich erst am 25. Oktober, einen Tag nachdem die Mutter von Leonie als Zeugin gehört wurde, zu den Vorwürfen äußern.

Stiefvater schildert seine Version

Innerhalb der ersten Minuten des Prozesses entspannte sich die Lage etwas. Vater und Stiefvater saßen sich direkt gegenüber, die Blicke von Oliver E. sprachen Bände, aber es blieb bei den Blicken.

Die Ermittlungsrichterin Daniela Lischke schilderte vor Gericht, was David H. im Verhör zur Todesnacht am 12. Januar angegeben hatte. Wir fassen dies sowie das weitere Geschehen am ersten Verhandlungstag in diesem Artikel für Sie zusammen.

Stiefvater bestreitet Schuld

David H. soll auch den kleinen Bruder des Mädchen mehrfach misshandelt haben. Da mit einem langwierigen Indizienprozess gerechnet wird, hat die Schwurgerichtskammer bisher 13 Verhandlungstage bis Ende November anberaumt. Sie will etwa 40 Zeugen hören, darunter auch die Mutter des getöteten Mädchens.

Dieser Artikel wurde am Dienstag, 24. September, mehrfach aktualisiert. Wir setzen unsere Berichterstattung über den ersten Verhandlungstag an dieser Stelle fort.

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Kommentare (1)

Denn die Justiz wird schon mit einem Kuschelurteil dafür sorgen, dass der Assi bald wieder draussen ist, in der Blüte seines Lebens!
Frauen, wie kann man sich nur mit solch einem Typen einlassen?
Wer Frauen und Kinder schlägt, ist abartig und macht das immer wieder!

Oder haben derlei Frauen manchmal ein kleines bisschen Haue gern, (wie es " Die Ärzte" besingen)?

Ich verstehe derart Beziehungsmüll einfach nicht!