Corona-Sorgen

Weihnachtsmarkt geschlossen – so reagieren die Händler

Der Weihnachtsmarkt in Schwerin kann aus Sicht des Veranstalters nicht mehr länger geöffnet bleiben: Auch die 2G-plus-Regel habe den Beteiligten zufolge Anteil am Aus für die diesjährige Veranstaltung.
dpa
Mit wenigen Stunden Vorlauf erfuhren die Budenbetreiber von der Schließung des Weihnachtsmarktes.
Mit wenigen Stunden Vorlauf erfuhren die Budenbetreiber von der Schließung des Weihnachtsmarktes. Bernd Wüstneck
Schwerin

Die Budenbetreiber des Schweriner Weihnachtsmarktes räumen nach der Schließung mit gemischten Gefühlen ihre Stände: Von Verständnis über Bedauern bis Wut ist alles dabei. Am Donnerstag hatte der Veranstalter entschieden, dass er wegen der geltenden 2G-plus-Regelung und der noch zu erwartenden Verschärfungen nicht mehr die Möglichkeit sehe, den Markt offen zu halten.

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Langes Warten auf die Bratwurst

Von einer Standbetreiberin hieß es am Freitag, dies sei nachvollziehbar, vor allem der zusätzlich für Geimpfte und Genesene benötigte Corona-Test habe das Geschäft sehr erschwert. Wer stelle sich schon für eine Bratwurst stundenlang in die Schlange vor einem Testzentrum, hieß es.

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Auch Michael Kopilow, Geschäftsführer des Landesverbandes des Markt- und Schaustellergewerbes im Nordosten, sieht zur Schließung keine Alternative. Unter 2G-plus-Bedingungen hätte eine Fortführung nur noch Verlustgeschäfte bedeutet. Die Zurückhaltung der Kunden habe er auch selbst erlebt, der Veranstalter habe daher richtig gehandelt.

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Kritik an neuer Regelung

Kopilow ist mit den Standbetreibern in Schwerin einer Meinung, wonach die 2G-Regel – also der Zugang nur für Geimpfte und Genesene – zuvor wunderbar funktioniert habe. Dennoch wäre aus Sicht des Verbandsvertreters in Zukunft auch die Wahrung des Abstandsgebotes in Schwerin schwierig gewesen. Der Markt verteile sich ja in der Innenstadt, hier sei ein Gedränge in der Vorweihnachtszeit kaum zu verhindern. Er machte deutlich, dass es besser sei, den Markt zu schließen, als eine Katastrophe zu riskieren, die Gesundheit der Menschen gehe vor.

Bürgermeister kritisiert Regierung

Aus Sicht des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt, Rico Badenschier, war es die richtige Entscheidung, den Markt in dieser Form zu öffnen. Eine Eingrenzung auf absperrbare Areale – in denen eine Zugangskontrolle möglich gewesen wäre – wäre kein richtiger Weihnachtsmarkt mehr gewesen, hier stimmte ihm auch der Schaustellerverband zu. Badenschier sieht die Entscheidung der Landesregierung kritisch, einen zusätzlichen Test für Geimpfte und Genesene auf Weihnachtsmärkten zur Pflicht zu machen. Die 2G-Regel habe nicht nur gut funktioniert, sie habe auch motivierend gewirkt. Der Oberbürgermeister verwies hierbei auch auf andere Bundesländer im Norden wie Hamburg und Schleswig-Holstein, wo die Regelungen für Weihnachtsmärkte nicht weiter verschärft wurden.

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