205 SCHÜLER IN QUARANTÄNE

Weitere Lehrer an Schule in Ludwigslust mit Corona infiziert

Zwei weitere Lehrer eines Gymnasiums in Ludwigslust haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Nach dem Schulstart am Montag ruht nun der Unterricht wieder.
dpa
Der Eingang des Goethe-Gymnasiums in Ludwigslust.
Der Eingang des Goethe-Gymnasiums in Ludwigslust. Iris Leithold
Ludwigslust.

Die Corona-Infektion einer Gymnasiallehrerin in Ludwigslust hat Folgen. Wie der Landkreis Ludwigslust-Parchim am Samstag mitteilte, wurden bei Tests im gesamten Kollegium zwei weitere Pädagogen positiv auf das neuartige Virus getestet. „Damit greift jetzt die nächste Stufe“, erklärte Landrat Stefan Sternberg (SPD). Da die infizierten Lehrer seit dem Schulstart am Montag Kontakt zu 205 Schülern gehabt hätten, würden diese nun als Kontaktpersonen ersten Grades per Allgemeinverfügung in Quarantäne geschickt. Eltern und Geschwister seien von der Quarantäneregelung nicht betroffen.

Sternberg zufolge werden am Montag nochmals das gesamte Schulpersonal sowie die 205 Schüler getestet. Die Ergebnisse würden für Dienstag erwartet. „Danach werden wir entscheiden, wie wir mit der Schulöffnung weiter verfahren“, erklärte der Landrat. Vorerst war der Präsenzunterricht für alle 800 Schüler bis einschließlich Mittwoch kommender Woche ausgesetzt worden. Der Unterricht werde aber für alle Schüler gewährleistet, versicherte Sternberg. Die Schule stelle auf das Lernen von Zuhause am Computer um.

Auch Grundschule bei Rostock geschlossen

Neben dem Gymnasium in Ludwigslust war am Freitag vorsorglich auch die Ostsee-Grundschule in Graal-Müritz (Landkreis Rostock) geschlossen worden. Dort war bei einem Schüler eine Corona-Infektion festgestellt worden. Die Schule bleibt für zwei Wochen zu, wie der Landkreis mitteilte. Alle Kinder, Lehrer und sonstigen Schulmitarbeiter seien in Quarantäne geschickt worden.

Der Unterricht in Mecklenburg-Vorpommern hatte erst am Montag wieder begonnen. Das Bundesland war als erstes nach den sechswöchigen Sommerferien in das neue Schuljahr gestartet.

Während der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, nach den Schulschließungen in MV schärfere Hygienemaßnahmen für Schulen in Deutschland forderte, zeigte sich der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger mit den bisherigen Vorgaben zufrieden. Die zum Schulanfang beschlossenen Hygienemaßnahmen seien ausreichend. Dazu gehöre auch die Maskenpflicht an Schulen mit Ausnahme des Unterrichts, die allerdings umstritten ist.

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Eltern sind verärgert

Der Ärzteverband Marburger Bund hält die Rückkehr zum Regelbetrieb an Schulen für richtig. „Die Schule ist eine Großveranstaltung – aber eine, die wir uns leisten müssen“, sagte Verbandschefin Susanne Johna. Dafür sei es wichtig, Corona-Regeln gut festzulegen. Dazu gehöre eine Strategie zum regelmäßigen Belüften der Räume, die auch im Herbst und Winter durchzuhalten sei. Sinnvoll seien auch Masken auf dem Schulhof gerade in engeren Bereichen. Während des Unterrichts halte sie dies aber nicht für angebracht, erklärte Johna.

Kritik an der Politik kam auch vom Bundeselternrat, der eine unzureichende Vorbereitung des Schulstarts beklagte. „Es ist ärgerlich, dass die Kultusminister das so lässig angegangen sind und die Sommerferien nicht dafür genutzt haben, einen verlässlichen Unterricht auch in Corona-Zeiten vernünftig vorzubereiten“, sagte der Vorsitzende Stephan Wassmuth der „Welt“ (Samstag). Schon seit Wochen habe man dafür plädiert, Klassen zu teilen, um im Falle eines Ausbruchs nur wenige Schüler in Quarantäne schicken zu müssen. Die Schulen seien zu schnell und unvorsichtig geöffnet worden.

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Kommentare (1)

Die Eltern sind verärgert... Wie geil ist das denn... Herrlich.