GEFÄHRLICHE KEIME

Weitere Vibrionen-Infektion in der Ostsee

Das Wasser der Ostsee ist derzeit so warm, dass sich gefährliche Keime sprunghaft vermehren können. Das ist vor allem für bestimmte Badegäste gefährlich.
dpa
Baden in der Ostsee
Baden in der Ostsee Markus Scholz
Rostock.

In Mecklenburg-Vorpommern hat es eine weitere Infektion mit Vibrionen nach einem Bad in der Ostsee gegeben. Damit steigt die Zahl der Infektionen in diesem Jahr auf sechs, sagte Heiko Will, Direktor des Landesamts für Gesundheit und Soziales in Rostock. Auch im neuesten Infektionsfall sei eine hochbetagte Frau betroffen, die zur Risikogruppe der Immungeschwächten gehöre. Vergangene Woche war eine Patientin gestorben. In Schleswig-Holstein seien weiterhin keine Erkrankungsfälle bekannt, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums.

Vibrionen sind Bakterien, von denen einige Arten beim Menschen Krankheiten verursachen können. Am bekanntesten dürfte der Erreger der Cholera sein. Die im Salzwasser der Ostsee vorkommenden Keime der Art Vibrio vulnificus vermehren sich laut Will sprunghaft bei Wassertemperaturen von mehr als 20 Grad und können Wunden infizieren. Symptome einer Infektion sind demnach Schüttelfrost, Durchfall, Fieber und blasenbildender Hautausschlag. Eine zügige Therapie mit Antibiotika kann den Krankheitsverlauf stark mildern.

Fragen und Antworten: Wie gefährlich sind Vibrionen in der Ostsee?

Drei Tote im Jahr 2018

In Mecklenburg-Vorpommern waren im vergangenen Jahr drei Menschen durch Vibrioneninfektionen gestorben. Angesichts von Dutzenden Millionen Badegästen sei das Erkrankungsrisiko aber extrem gering, sind sich Experten einig. Nur in Ausnahmefällen bestehe eine Gefahr für immungeschwächte, ältere Personen oder auch Patienten mit Lebererkrankungen oder HIV. Für gesunde Menschen seien die Bakterien ungefährlich.

Im Hochsommer verbreiten sich auch Blaualgen rasant in der Ostsee. Auch diese Bakterien können für den Menschen gefährlich werden.

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