Weiterer Impfstoff ist in Mecklenburg-Vorpommern eingetroffen.
Weiterer Impfstoff ist in Mecklenburg-Vorpommern eingetroffen. Jae C. Hong
Schutz vor dem Coronavirus

Weiterer Impfstoff in MV eingetroffen – Mehr Impfdosen je Fläschchen

Wie angekündigt ist am Freitag eine neue Lieferung mit Corona-Impfstoff Mecklenburg-Vorpommern angekommen. Dass nun mehr geimpft werden kann, liegt aber nicht allein daran.
dpa
Schwerin

Auch in Mecklenburg-Vorpommern können fortan mehr Menschen mit dem bereits verfügbaren Impfstoff gegen Corona geimpft werden. Wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Freitag sagte, werden den Fläschchen der Hersteller Biontech/Pfizer nun sechs statt wie bisher fünf Dosen entnommen. Damit könnten 20 Prozent mehr Impfwillige versorgt werden. „Das hilft uns, unsere schon guten Impfzahlen weiter zu erhöhen und mehr Menschen zu impfen, als wir noch vor vier Wochen gehofft hatten.“

Um die Zahl der einzelnen Dosen zu steigern, ließ die europäische Arzneimittelbehörde EMA zu, dass sechs statt fünf Dosen aus einer Ampulle von Biontech/Pfizer gezogen werden dürfen, wie der Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums mitteilte. Die Fläschchen werden vom Hersteller „überfüllt“ geliefert. Da die Zulassung bislang nur für die Entnahme von fünf Dosen galt, musste die Restmenge bislang mit den Flaschen entsorgt werden.

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Spezielle Spritzen sind nötig

Das Verfahren ist allerdings in der Umsetzung an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. So seien entsprechende Spritzen nötig, um sechs Dosen aus einer Ampulle zu ziehen, sagte der Sprecher. Man könne zudem in mehreren Ampullen verbleibenden Impfstoff nicht einfach zusammengießen.

Am Freitag traf laut Gesundheitsministerium in Mecklenburg-Vorpommern eine weitere Impfstofflieferung von Biontech/Pfizer ein. Ursprünglich waren wöchentlich knapp 15 000 Impfdosen angekündigt worden. Mit der neuen Entnahmeregelung könnten es etwa 18 000 sein, von denen wegen der notwendigen Zweitimpfung aber jeweils nur etwa die Hälfte auch verwendet wird.

Dienstag wird wieder Lieferung erwartet

Für kommenden Dienstag wird auch die erste Lieferung des zweiten in Europa zugelassenen Impfstoffs in Mecklenburg-Vorpommern erwartet. Es handelt sich um das Präparat des US-Herstellers Moderna. Nach einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Aufstellung gehen zunächst 1200 Impfdosen in den Nordosten. Alle zwei Wochen soll es weitere Lieferungen geben, 13 200 Impfdosen dann in der achten Kalenderwoche.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden seit Ende Dezember im Nordosten rund 24 00 Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Wie aus dem am Freitag veröffentlichten Daten hervorgeht, gehörten dazu etwa 12 500 Angehörige des medizinisches Personals mit hohem Ansteckungsrisiko und Altenpfleger. Zudem wurden von mobilen Impfteams landesweit 11 130 Senioren in Pflegeeinrichtungen geimpft.

Mit 15 Impfungen pro 1000 Einwohner liegt Mecklenburg-Vorpommern in Deutschland laut RKI an der Spitze. Der bundesweite Durchschnitt betrug demnach 5,7 Impfungen pro 1000 Einwohner. Wegen der unverändert geringen Impfstoffmengen müssen sich aber auch im Nordosten viele Impfwillige noch längere Zeit gedulden.

Die aktuellen Werte, die den Behörden der einzelnen Bundesländer vorliegen, können deutlich höher sein als die vom RKI gemeldeten, da die Meldungen teilweise mit Verzug an das Institut übermittelt werden.

5000 Menschen schriftlich aufgefordert

Für Dienstag ist der Impfstart in den zwölf Impfzentren Mecklenburg-Vorpommerns geplant. Schriftliche Aufforderungen, Impftermine zu vereinbaren, gingen laut Gesundheitsministerium bereits an 5000 Menschen, die 80 Jahre und älter sind. Diese sollen zuerst geimpft werden, weil die Gefahr schwerer Krankheitsverläufe in dieser Altersgruppe am höchsten ist.

Dem Schweriner Sozialministerium zufolge laufen derweil die Vorbereitungen, um das Personal in teilstationären Pflegeeinrichtungen und im ambulanten Pflegedienste zu impfen. Ziel sei, dass in allen Einrichtungen der Pflege möglichst schnell und umfassend geimpft wird, sagte Ministerin Stefanie Drese (SPD). Dafür sollten mobile Teams eingesetzt oder „Blocktermine“ in einem der regionalen Impfzentrum vereinbart werden. Der Start solle Anfang Februar erfolgen.

Die AfD forderte, neben den Impfzahlen auch dokumentierte Impfschäden offenzulegen. „Kam es im Zusammenhang mit der Corona-Impfung zu Folgeschäden? Wenn das der Fall ist, dann müssen Landesregierung und Behörden Zwischenfälle publik machen“, erklärte der Fraktionsvorsitzende im Landtag, Nikolaus Kramer. Dessen Vermutung, dass einzelne Regionen bevorzugt mit Impfstoff versorgt werden, wies das Gesundheitsministerium zurück. Wie im Bund erfolge auch im Land die Zuteilung nach Einwohnerzahl.

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