Das Ölbild zeigt wie der bis zwei Meter große Pflanzenfresser Emausaurus ernsti einst ausgesehen haben muss. Reste
Das Ölbild zeigt wie der bis zwei Meter große Pflanzenfresser Emausaurus ernsti einst ausgesehen haben muss. Reste des Tieres waren 1963 in einer Tongrube bei Grimmen gefunden worden. Stefan Sauer
Das sind jene Hautknochen, die im Jahre 2017 in der inzwischen mit Wasser gefluteten Tongrube gefunden wurden, aus der bis 199
Das sind jene Hautknochen, die im Jahre 2017 in der inzwischen mit Wasser gefluteten Tongrube gefunden wurden, aus der bis 1990 Blähton gefördert worden war. Marco Schade & Jörg Ansorge
Sensations-Fund

Weiteres Dino-Fossil in Tongrube Grimmen entdeckt

Forscher aus Vorpommern haben in einer Tongrube bei Grimmen Überreste eines Dinosauriers entdeckt. Noch ist aber nicht ganz klar um welches Exemplar es sich handelt.
Greifswald

Die Tongrube in Klein Lehmhagen nahe der Kleinstadt Grimmen hat sich erneut als Fundort für großartige Fossilien aus dem frühen Jura erwiesen. Nachdem der Geologe Werner Ernst 1963 in der inzwischen mit Wasser vollgelaufenen Grube ein Saurier-Exemplar entdeckt hatte, der als Emausaurus ernsti in die Wissenschaft einging, hat nun der Greifswalder Geologe Jörg Ansorge einen weiteren sensationellen Fund gemacht.

Sensationsfund in Vorpommern

Nach Angaben der Universität Greifswald hatte der Experte bereits im Jahre 2017 Teile einer Hautpanzerung eines pflanzenfressenden Dinosauriers geborgen. Die Überreste wurden inzwischen von dem Greifswalder Paläontologen Marco Schade genau untersucht. Seine Erkenntnisse sind soeben in einer internationalen Fachzeitschrift veröffentlicht worden.

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Demnach kamen die Forscher durch vergleiche Untersuchungen der Panzerplatten beider Exemplare zu dem Schluss, dass es sich hier möglicherweise um nahe Verwandte gehandelt hatte, die etwa zwei Meter groß und womöglich ausgewachsen waren.

Der neue Fund lege nahe, dass es sich um eine ehemals vom Körper abstehende Hals- oder Schulter-Panzerplatte gehandelt habe, die beim lebenden Tier vermutlich mit Keratin überzogen gewesen seien, ähnlich wie die Hörner heutiger Kühe, sagte Schade. Zudem fanden die Experten in den Platten bisher unbekannte Hohlräume, welche vermutlich der Blut- und Nährstoffversorgung des keratinösen Überzugs dienten. Trotz vieler Gemeinsamkeiten konnte die neue Panzerplatte aber nicht zweifelsfrei Emausaurus ernsti zugeordnet werden.

Aus der Jurazeit vor ungefähr 180 Millionen Jahre sind aus Europa nur sehr wenige Dinosaurier bekannt.

Bereits vor zehn Jahren hatten Untersuchungen von vier ebenfalls entdeckten Halswirbelknochen ergeben, dass in der heute grünen Landschaft Mecklenburg-Vorpommern vor Millionen von Jahren auch Plesiosaurier lebten. Dabei soll es sich um bis zu 15 Meter große Meeresreptile gehandelt haben.

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Da Emausaurus ernsti aber ein Landtier war, gehen Geologen inzwischen davon aus, dass damals die vorpommersche Region mit einem von Inseln durchzogenen Flachwassermeer bedeckt war, auf denen auch zwei Meter große Landsaurier leben konnten.

 

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