Kreisverband schweigt
Wenig Aufklärung zu Awo-Kita auf Mallorca

Wofür betreibt die Awo Schwerin eine Kita auf Mallorca?
Wofür betreibt die Awo Schwerin eine Kita auf Mallorca?
Gabriel Kords

Anfang Oktober war die Aufregung um die Awo-Kita auf Mallorca groß. Der Bundesvorstand zeigte sich schockiert, versprach Aufklärung. Doch die stockt.

Wolfgang Stadler wählte vor vier Wochen starke Worte: „Man kann nicht alles machen, was gerade interessant erscheint. Man muss auch vorausschauen, welche Außenwirkung ein Engagement hat.“ Beim Betrieb einer Kita auf Mallorca unter Federführung des Awo-Kreisverbandes Schwerin sehe er „keinen Anhaltspunkt, um humanitäre Hilfe zu leisten“, sagte der Bundes-Chef der Arbeiterwohlfahrt (Awo) seinerzeit dem Nordkurier.

Stadler sicherte eine schnelle Untersuchung und die „transparente Veröffentlichung der Ergebnisse“ zu. Und: Warum, wie und mit welchem Geld die mit Swimming-Pool ausgestattete Kita der Wohlfahrt betrieben wird, sollte Anfang November feststehen.

Als sich der Nordkurier dieser Tage bei der Bundes-Awo nach Ergebnissen erkundigen wollte, hieß es von Sprecherin Mona Finder: „Stimmt, eigentlich sollte es Anfang November Ergebnisse geben. Doch wir warten noch auf Antworten aus Schwerin. Wir hoffen, dass es voran geht.“ Nachfrage: Kann der Bundesverband bei einem Kreisverband in solch wichtiger Angelegenheit nicht Druck machen? Antwort aus der Bundeszentrale in Berlin: „Wir sind ja kein Aufsichtsgremium für die Kreisverbände.“

Die Awo-Kreisverbände agieren weitgehend selbstständig. Entsprechend selbstbewusst gibt sich – trotz aller Negativschlagzeilen zum Mallorca-Engagement – der Schweriner Awo-Geschäftsführer Axel Mielke. „Wir haben alle Fragen beantwortet und nach Berlin weitergeleitet.“ Dort aber weiß man von nichts. Und der Awo-Landesverband in Schwerin? Dort reagierte man auf eine Nachfrage des Nordkurier überhaupt nicht. Aufklärung weiter offen.