ERSTE BILANZ

Weniger Verkehrstote in Mecklenburg-Vorpommern 2017

Die Zahl der tödlich Verunglückten auf den Straßen im Nordosten nimmt seit Jahren fast kontinuierlich ab. Die Zahl der Unfälle insgesamt nahm 2017 dagegen zu.
dpa
Im Jahr 2000 kamen auf den Straßen im Land 365 Menschen um. 17 Jahre später waren es 78.
Im Jahr 2000 kamen auf den Straßen im Land 365 Menschen um. 17 Jahre später waren es 78. Julian Stratenschulte/Symbolbild
Schwerin.

Auf den Straßen Mecklenburg-Vorpommerns sind 2017 so wenige Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Nach vorläufigen Zahlen der Landespolizei ist 2017 die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr um elf auf 78 deutlich zurückgegangen. Mit der Verringerung um 12,4 Prozent sei ein neuer historischer Tiefstand erreicht worden, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit.

Zum Vergleich: Im Jahr 2000 kamen auf den Straßen im Land 365 Menschen um, 2005 waren es 198 und 2010 mit 108 fast nur noch halb so viele. 2011 gab es noch einmal einen Anstieg auf 143 Verkehrstote, danach bewegte sich die Zahl zwischen 83 und 93 Todesopfern. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) sagte in einer ersten Bewertung der Bilanz, das Ergebnis könne nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zur „Vision Zero” sein.

Zahl der Schwerverletzten sinkt um 2,1 Prozent

Überproportional hoch ist der Anteil junger Leute zwischen 18 und 24 Jahren an den tödlich Verunglückten. Ihr Anteil an der Bevölkerung betrage 5,2 Prozent, ihr Anteil an den Todesopfern über 10 Prozent. Acht junge Menschen starben 2017. Hauptunfallursache der tödlichen Verkehrsunfälle sei nach wie vor die Geschwindigkeit. 27 Menschen starben, nachdem ihr Fahrzeug gegen einen Baum geprallt war.

Die Zahl der Schwerverletzten sank der Statistik zufolge im Vergleich zum Jahr 2016 um 2,1 Prozent auf 1304, die der Leichtverletzten um 3,5 Prozent auf 5530. Allerdings erhöhte sich im vergangenen Jahr die Gesamtzahl der registrierten Verkehrsunfälle gegenüber 2016 um 2,4 Prozent – meist Blechschäden – auf insgesamt 58.312 Unfälle.

Caffier führte die geringere Zahl an Verkehrstoten unter anderem auf die Verkehrssicherheitsarbeit und die Polizeikontrollen zurück. Aber: „Wir können nicht hinter jeden Straßenkilometer einen Polizisten stellen”, sagte der Innenminister. Die endgültigen statistischen Zahlen gibt die Landespolizei voraussichtlich im April bekannt.

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