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Wenn Kitas Eltern das Backen verbieten

Die süßen Leckereien schmecken am besten, wenn sie nicht industriell hergestellt wurden, doch ganz so gut schmeckt Selbstgebackenes nicht jedem.
Die süßen Leckereien schmecken am besten, wenn sie nicht industriell hergestellt wurden, doch ganz so gut schmeckt Selbstgebackenes nicht jedem.
Janet Layher - Fotolia

Selbst gemachter Kuchen schmeckt immer noch am besten. Aber die süße Verlockung hat in einigen Kitas eher schlechte Karten. Dafür gibt es Gründe.

In den Einrichtungen des Instituts Lernen und Leben (ILL) hat selbst gebackener Kuchen fast keine Chance mehr. Der Träger betreibt Kitas in Anklam, Ueckermünde, Lassan, Greifswald und in anderen Teilen MVs. Für die Eltern gilt hier quasi ein Back-Verbot. „Wir wissen nicht, was in den mitgebrachten Kuchen drin ist“, sagt Helga Kieselwalter, stellvertretende Geschäftsführerin von ILL.

Außerdem bestehe Infektions- und Salmonellengefahr. Auch sei nicht klar, ob der mitgebrachte Kuchen richtig durchgebacken ist. Trotzdem dürfe das Geburtstagskind Kuchen mitbringen – allerdings müsse der gekauft werden. Da sei klar, was drin ist. „Viele Kinder haben Allergien oder Unverträglichkeiten“, sagt Kieselwalter.

Eltern haben trotzdem eine Chance ihre Backkünste unter Beweis zu stellen. Wenn alle Eltern einer Kita-Gruppe dafür unterschreiben, dass sie den Kuchen, den die anderen Kinder mitgebracht haben, essen dürfen, dann darf selbst gebackener Kuchen mitgebracht werden. Ansonsten gelte: „Wir haften für jede Form der Weitergabe von Speisen“, sagt Kieselwalter.

In der Neubrandenburger Kita Paradieswiese, die vom Deutschen Roten Kreuz betrieben wird, dürfen Eltern selbst gebackene Kuchen mitbringen. Allerdings müssen die Mamas und Papas zwei Bedingungen einhalten. „Der Kuchen muss durchgebacken sein und es muss eine Zutatenliste abgegeben werden“, sagt Leitern Elke Kauffmann. Bedenken, dass der Kuchen in einem einwandfreiem, hygienischen Zustand abgegeben wird, hat sie nicht. Denn auch beim Bäcker stehe niemand daneben und kann sagen, ob jemand vielleicht auf den Teig gehustet hat. Es könne auch alles übertrieben werden, sagt Kauffmann.