Eine Kegelrobbe am Strand. Da sollte man nicht zu nah rangehen.
Eine Kegelrobbe am Strand. Da sollte man nicht zu nah rangehen. Bund
So sieht eine Kegelrobben-Absperrung aus.
So sieht eine Kegelrobben-Absperrung aus. Bund
Robben kommen zurück

Wer will Robbenbetreuer werden?

Bald wird mit den ersten Jungtieren an Mecklenburg-Vorpommerns Küsten gerechnet. Der BUND sucht Helfer, die die Tiere beschützen.
Rostock

Mit einem „Netzwerk für die Kegelrobben“ möchte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ab sofort Robben in Mecklenburg-Vorpommern helfen, die am Strand ungestört ruhen wollen. Die ersten Tiere sind bereits gesichtet worden. Etwa Mitte Februar beginnt die Geburtensaison der Kegelrobben.

An Mecklenburg-Vorpommerns Stränden wird mit Jungtieren gerechnet. „Besonders junge Robben brauchen Pausen am Strand und dürfen nicht gestört werden”, erklärt BUND-Landesgeschäftsführerin Corina Cwielag. Der BUND stellt daher mobiles Absperrmaterial zur Verfügung, mit dem ein Strandabschnitt zeitweise abgesperrt werden kann, um den Kegelrobben eine ungestörte Pause zu ermöglichen.

An mehr als zwanzig Standorten entlang der Ostseeküste zwischen der Steilküste am Klützer Winkel bis nach Usedom befinden sich Hilfsmaterialien. Der BUND möchte nun freiwillige Robbenbetreuer gewinnen, die die Strandbesucher über den richtigen Umgang mit Kegelrobben und deren Lebensweise informieren können.

Ein Robbentelefon wurde eingerichtet

Wer Interesse hat, die Kegelrobben bei ihrer Rückkehr nach Deutschland zu unterstützen, kann sich beim BUND-Rostock melden unter [email protected] oder über das Robbentelefon 01523/7969472 oder 0381/29065525 im BUND-Büro Rostock. Die Projektleiterinnen des BUND Dr. Susanna Knotz und Nicola Boll bieten Schulungen und Infomaterial für Helfer an.

Sie arbeiten eng mit dem Deutschen Meeresmuseum Stralsund zusammen, das wissenschaftliche Daten zur Rückkehr der Kegelrobben an die deutschen Ostseeküsten erhebt. Strandspaziergänger sind aufgerufen Sichtungen von Robben telefonisch über 0173/9688267 oder die kostenlose App „Ostseetiere“ weiterzugeben.

Ostsee-Kegelrobben gehören zu den größten einheimischen Wildtieren. Ein Bulle kann bis zu 300 Kilogramm schwer werden und ist auch an Land überraschend schnell und wehrhaft. Auch deshalb ist Abstand wichtig. In den 1920er Jahren wurden die Robben ausgerottet und kehren langsam – jetzt streng geschützt – an Deutschlands Küsten zurück. Im vergangenen Jahr wurden 25 Kegelrobben-Jungtiere an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns beobachtet.

Begegnungen werden häufiger

„Die Tendenz ist steigend, sodass Begegnungen zwischen Mensch und Tier häufiger auftreten werden“, sagt Nicola Boll, Leiterin des Robbenprojektes beim BUND. Der BUND rät zu vorsichtigem Verhalten bei Robbensichtungen am Strand. Jeglicher Kontakt zu den Robben soll zum Schutz der Tiere aber auch der Menschen unterlassen werden.

Der Abstand für Spaziergänger sollte mindestens 100 Meter betragen. Der Fluchtweg ins Wasser darf nicht versperrt werden. Hunde müssen angeleint werden. Falls andere Menschen das Tier bedrängen, sollten sie darum gebeten werden Abstand zu halten. „Grundsätzlich sollte nicht über die sozialen Netzwerke bekannt gegeben werden, wo gerade eine Robbe rastet, um nicht unnötig Neugierige anzulocken“, sagt Nicola Boll vom BUND: „Genießen Sie das Naturerlebnis ruhig und aus der Ferne.“

Eine Absperrung kann durch einen Anruf beim Ordnungsamt, bei der Gemeinde, bei der Feuerwehr und bei der Polizei veranlasst werden. Der BUND ist dabei über das Robbentelefon behilflich. An 24 Orten der Ostseeküste sind Absperrmaterialien eingelagert. Der BUND hat weitere Hilfepakte für die Robbenbetreuung vorrätig.

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