SCHIFFBAU

Werften Lürssen und German Naval Yards kündigen Fusion an

Als es um das Kampfschiff MKS 180 waren die beiden Werften noch Konkurrenten. Jetzt wollen Lürssen, zu der auch die Peene-Werft in Wolgast gehört, und German Naval Yards gemeinsame Sache machen.
dpa
Die Peene-Werft in Wolgast gehört zur Lürssen-Gruppe (Archivbild).
Die Peene-Werft in Wolgast gehört zur Lürssen-Gruppe (Archivbild). Stefan Sauer
Ein Blick auf das Werksgelände von German Naval Yards an der Förde in Kiel.
Ein Blick auf das Werksgelände von German Naval Yards an der Förde in Kiel. Carsten Rehder
Bremen.

Die Bremer Lürssen-Werft (einer ihrer Standorte ist die Peene-Werft in Wolgast) und die Werft German Naval Yards Kiel wollen im Marineschiffbau zusammenarbeiten.

Die Aktivitäten im militärischen und behördlichen Überwasser-Schiffbau sollen in einem gemeinsamen Unternehmen unter Führung der Lürssen-Gruppe gebündelt werden, wie beide Werften in der Nacht zum Donnerstag mitteilten. Entsprechende Vorarbeiten seien diese Woche von den Eigentümerfamilien abgeschlossen worden. Die Kooperation unterliege dem fusionskontrollrechtlichen Genehmigungsvorbehalt.

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Bau des Mehrzweckkampfschiffs 180

Der Zusammenschluss soll den nationalen Marineschiffbau stärken. Der Maritime Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann (CDU), war den Angaben zufolge früh in die Gespräche einbezogen. Neben den Werften soll auch die maritime Zulieferindustrie davon profitieren.

Brackmann begrüßte die Vereinbarung. „Ich hoffe sehr, dass mit der Entscheidung jetzt auch der Bau des Mehrzweckkampfschiffs 180 zeitnah starten kann”, sagte er laut einer Mitteilung des Wirtschaftsministeriums in Berlin. „Das wäre vor allem für unsere Marine eine gute Nachricht, da man dort auf die Schiffe wartet.”

Konflikt um MKS 180

An der Ausschreibung um das Schiff MKS 180 hatten sich Lürssen und German Naval Yards noch als Wettbewerber beteiligt. Den Zuschlag des Verteidigungsministeriums erhielt die zur Lürssen-Gruppe gehörende Hamburger Werft Blohm & Voss im Konsortium mit der niederländischen Damen-Werft. Die Entscheidung wurde von German Naval Yards gerügt. Nun könnte der Konflikt beigelegt werden.

Der Chef der obersten Konzerngesellschaft von German Naval Yards, Iskandar Safa von der Privinvest Holding, sagte: „Die Konsolidierung in Deutschland ist längst überfällig.” Die Kunden bräuchten „Partner, die über die Größe und die Fähigkeit verfügen, umfangreiche, strategisch wichtige Aufträge zu erfüllen”.

Friedrich Lürßen, Gesellschafter der Lürssen-Gruppe, ergänzte, die Zusammenarbeit könne die Wettbewerbsfähigkeit beider Werften stärken.

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