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Wie die Zoos auf die Vogelgrippe reagieren

Wenn sich das Virus verbreitet, bekommt der Pfau sicherheitshalber Hausarrest.
Wenn sich das Virus verbreitet, bekommt der Pfau sicherheitshalber Hausarrest.
Sven Hoppe

Seit Anfang Januar im Rostocker Zoo die Vogelgrippe ausgebrochen ist und daraufhin rund 60 Vögel getötet werden mussten, sind die Tiergärten in der Region in Alarmbereitschaft. Denn bisher weiß niemand genau, woher das aggressive H5N8-Virus kommt.

Tierpark Ueckermünde

Die Besucher müssen in Ueckermünde zurzeit über Desinfektionsmatten laufen. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme, damit keine Viren eingeschleppt werden können“, erklärt die Kuratorin des Tierparks, Brigitte Rohrhuber. Auch sind die Pfauen, die sonst im Freien leben, in Volieren untergebracht. Damit soll verhindert werden, dass die Tiere in Kontakt mit Wildvögeln kommen. Außerdem wurde das Wasser aus den Ententeichen gelassen, damit sich keine Wildvögel in den Gewässern niederlassen. „Die Mitarbeiter sind sensibilisiert und gucken den Tieren noch tiefer als sonst in die Augen“, sagt Rohrhuber. Dennoch sei der Tierpark ein Teil der Natur und egal was für Maßnahmen man ergreife: Eine hundertprozentige Sicherheit gebe es nicht.

Tiergarten Neustrelitz

Tierparkleiterin Constanze Köbing ist ebenfalls in Alarmbereitschaft. „Wir haben bisher aber keine Maßnahmen ergriffen“, sagt sie. Denn der Tierbestand sei überschaubar, zudem stehe man in engen Kontakt mit dem Veterinäramt. Futternäpfe und Wassertränken der Emus, Nandus und Uhus stehen allerdings unter einem Dach – geschützt vor jeglichen Fremdeinflüssen.

Auf den Ernstfall sei man allerdings vorbereitet: „Bei den Uhus würde eine große Plastikplane über das Gehege gespannt werden. Die Nandus und Emus kämen in Ställe“, sagt Köbing. Diese Maßnahmen könnten jederzeit getroffen werden. Was der Leiterin Bauchschmerzen bereite, sei die Tatsache, dass man nicht genau wisse, woher das Virus komme. „Einen Ausbruch können wir nicht verhindern, nur die Augen offen halten und jeder Veränderung bei einem Tier sofort nachgehen“, sagt Köbing.

Tierpark Burg Stargard

Vom Veterinäramt wurde der Tierparkleitung mitgeteilt, dass man weitermachen könne, wie bisher. „Wir haben nur einen geringen Vogelbestand“, sagt Leiterin Karin Voß. Allerdings sei die Lage durchaus kritisch zu betrachten, denn wahrscheinlich sei das Virus von einem Wildvogel eingeschleppt worden. Und die bleiben nicht an einem Ort, sondern ziehen weiter. Ein Risiko, dass der Erreger auch die Tiere im Stargarder Tierpark infiziere, bestehe also. „Die Mitarbeiter haben ein besonderes Auge auf die Vögel“, sagt Voß. Sobald etwas passiere, dann müsse gehandelt werden, aber Panikmache helfe auch nicht weiter.

Vogelpark Marlow

Obwohl sich der Park gerade einmal 40 Kilometer vom Rostocker Zoo entfernt befindet, geht der alltägliche Betrieb weiter wie bisher. Allerdings wurden verschiedene Vorsichtsmaßnahmen getroffen. „Die Teichanlagen, die nicht mit einem Netz überzogen waren, haben wir leer gefangen und die Tiere in Ställen untergebracht“, sagt Parkleiter Matthias Haase. Bei den besonders seltenen und bedrohten Arten wurden außerdem Seuchenmatten vor den Häusern ausgelegt, um die Einschleppung von Viren und Bakterien auszuschließen.

Auch drehen die Tierärztin und die Mitarbeiter jeden Tag ihre Runden, um nach dem Gesundheitszustand der Vögel zu schauen – wie immer. Es würde sofort auffallen, wenn ein Tier trübe Augen hätte oder auch sonst irgendwelche krankhaften Anzeichen zeige, sagt Haase. Wie seine Kollegen beunruhige den Parkleiter aber, dass bisher noch nicht abschließend geklärt werden konnte, wie der Erreger in den Rostocker Zoo kam. „Wir können nur hoffen, dass der Kelch an uns vorübergeht“, sagt Haase.