CORONA-PANDEMIE

Wie lange bunkert MV seinen Tourismus noch ein?

Die Vermieter von Ferienunterkünften sind sauer auf das Oberwaltungsgericht und die Landesregierung. Sie sagen: Letztere zieht einen „antitouristischen Schutzwall” um MV.
Ein fast schon gewohntes Bild in MV: Gastromonische Betriebe sind seit Monaten geschlossen.
Ein fast schon gewohntes Bild in MV: Gastromonische Betriebe sind seit Monaten geschlossen. Jens Büttner
Schwerin ·

Mehrere Dutzend Vermieter von Ferienunterkünften hatten im März einen Eilantrag gegen das coronabedingte Beherbergungsverbot in Mecklenburg-Vorpommern beim Oberverwaltungsgericht in Greifswald eingereicht. Nach sieben Wochen ist der laut der beauftragten Rechtsanwältin Katja Kleist abgelehnt worden.

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Sie sei am Freitag mündlich vom OVG darüber informiert worden, sagte Kleist am Sonntag. Eine schriftliche Mitteilung sei ihr für kommende Woche angekündigt worden. Das Gericht war zunächst nicht für eine Bestätigung zu erreichen.

Nordosten befindet sich in „Angststarre”

Einer der Kläger, Oliver Roeber vom Kutscherhaus in Sassnitz auf Rügen, bezeichnete in einer Mitteilung die Einreise- und Beherbergungsverbote in Mecklenburg-Vorpommern als überzogen. Während in fast allen Bundesländern Gastronomie und Hotels wieder öffneten, sei man im Nordosten der Republik in eine „Angststarre” verfallen.

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Dabei sehe die Bundes-Notbremse eine Öffnung von Hotels und Ferienwohnungen unter der Sieben-Tage-Inzidenz von 100 vor. Daniel Rousta vom Verband der Eigentümer von Ferienwohnungen und Ferienhäuser wirft der Landesregierung in der Erklärung vor, einen „antitouristischen Schutzwall” um die Landesgrenzen gezogen zu haben.

Wirtschaftsminister Glawe kündigt Entscheidung an

Die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen liegt in Mecklenburg-Vorpommern seit Donnerstag unter dem wichtigen Wert von 100. Am Wochenende traf dies auch auf alle Küstenlandkreise Vorpommern-Rügen, Rostock und Nordwestmecklenburg sowie auf die Städte Rostock und Schwerin zu. In Vorpommern-Rügen lag die Inzidenz sogar unter 50.

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Nach wachsendem Druck für Öffnungen im Tourismus hat Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) Entscheidungen angekündigt. „Am Dienstag wird im Kabinett über weitere mögliche Öffnungsschritte beraten”, sagte er am Sonntag.

„Das Gute ist, dass die Fallzahlen weiter sinken. Wir sind allerdings noch nicht auf dem Niveau von Schleswig-Holstein”, betonte Glawe. Bei allen Entscheidungen gehe es auch darum, die Sommersaison nicht zu gefährden.

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Kommentare (10)

wurde Frau Schwesig zur Ministerpräsidentin gewählt, oder hat sie den posten geerbt? Heißt stand sie nicht auf der Wählerliste, und wenn nicht, scheint das agieren dieser Frau so demokratisch zu sein wie Ihre Wahl!

Sieben Wochen - da hat sich das Oberverwaltungsgericht solange Zeit für eine Entscheidung genommen, bis die Landespolitik neue Entscheidungen ankündigt. Zu DDR-Zeiten brauchte man sich nicht mal die Mühe machen, Klagen einzureichen, weil das Gesetz keine Privatklagen gegen Regierungsmaßnahmen vorsah. Sollte man jetzt auch in die MV-Landesverfassung einbauen, damit man nicht unnötig wartet, wenn rechtliche Klärung einer nötigen Frühjahrsentscheidung erst im Herbst kommt.

Hier wartet man wohl noch auf die Zahlen die Wieler, Spahn und Drosten noch vor kurzem auf der Regierungspresse Konferenz voraus gesagt hatten. Wohl wissend das man die Zahl Einhunderttausend pro Tag nie erreichen wird weil schon immer mit Beginn der warmen Jahreszeit die Infektionszahlen sinken. Sie sind erst zufrieden wenn die letzte Firma das Zeitliche gesegnet hat. Und weil jetzt auch noch Wahlkampf ist wird dem gemeinen Wähler suggeriert das man alles unternommen hat um das Volk zu retten. Und schon sitzt man wieder an den Honigtöpfen der Macht. Sehen wir mal wer dann die tatsächlichen Aluhüte sind.

ich erinnere mal an Ihren Kommentar vom 23.04.2021 zum Thema Zweitwohnsitz:

" vo.kolbow_284603 · 23. April 2021 - 18:22
Berliner

Berliner waren schon zu DDR Zeiten in ihre Extra Wurst verliebt und dachten sie sind was besseres. Jeder hat sich nun mal an Regeln zu halten auch Berliner."

Wo kommt denn nun diese Sinneswandlung plötzlich her? Endlich aufgewacht?

Das hat jetzt was genau mit dem zu tun was ich geschrieben habe. Ich stehe dazu was ich über Berliner geschrieben habe. Dazu habe ich viel zu lange in Berlin gearbeitet. Und der gelernte DDR Bürger weis genau wovon ich spreche. Aber was hat das mit dem heutigen Kommentar zu tun.

Beide Maßnahmen basieren auf genau den gleichen Begründungen, die Sie hier jetzt anzweifeln. Das ist messen mit zweierlei Maß.

Der absolute Tiefpunkt ist nun erreicht. Weltweit einzigartig zeigt das kinderfeindliche Handeln seitens der Regierung von Schwerin. Jeder sollte sich schämen, der da nicht gegen angeht. Sich an Kindern auf so eine Weise zu vergehen ist an Verwerflichkeit nicht zu überbieten. Frau Schwesig sollte in der Zukunft bei einer Kandidatur beim z.B. IS bewerben.

Ich weiß nicht mehr, wie das noch weiter gehen soll. Sogar das ZDF berichtet gerade über die merkwürdigen Zustände in unserem Bundesland und in Schwerin meldet sich kein Mensch. Um Himmels Willen, telefoniert Euch zusammen und beendet dieses gespenstige Verhalten. Kinder brauchen Schule. Punkt. Leute aus anderen Bundesländern, europäischen und anderen Staten des Landes zu verweisen ist nicht richtig. Punkt.

Nach MV darf kein NICHT MV'ler einreisen <-> MV'ler dürfen aber überall hin.

Man kann auch sagen:
Keiner darf Einreisen und doch sind die Zahlen hoch in MV.

Von daher halte ich es für eine Sinnlos Maßnahmen.

Wo kommen denn die hohen Infektionszahlen im Kreis Vorpommern-Greifswald her? Solange die nicht auf eine verträgliche Zahl runter kommt, weiter so. Die Frage ist doch wirklich, was der Auslöser dieser emens hohen Zahlen in Vorpommern-Greifswald sind. Warum wird dem seit 6 Monaten nicht nachgegangen?