CORONA-MAßNAHMEN IN MV

Wie sollen Urlauber in vollen Hotels Abstand halten?

Die 60-Prozent-Regelung für Beherbergungsbetriebe in MV ist gefallen. Doch wie sollen bei Vollbelegung die Hygiene-Maßnahmen etwa beim Frühstück eingehalten werden?
dpa
Seit Montag dürfen die Hotels in Mecklenburg-Vorpommern ihre Bettenkapazitäten voll ausschöpfen.
Seit Montag dürfen die Hotels in Mecklenburg-Vorpommern ihre Bettenkapazitäten voll ausschöpfen. Jens Büttner
Schwerin ·

Die Beherbergungsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern dürfen seit Montag ihre Bettenkapazitäten wieder voll ausschöpfen. Nach dem kompletten Shutdown des Tourismus galt von Mitte Mai an eine 60-Prozent-Belegungsgrenze, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. „Es kommt nun auf die örtlichen Gegebenheiten und die Kreativität jedes einzelnen Unternehmens an, wie viel Auslastung zu schaffen ist”, sagte der Präsident des Dehoga Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz, am Montag. Einer der Knackpunkte sei die Organisation des Frühstücks, das vielen Hotels Probleme mache. Denn Frühstücksbuffets seien weiter verboten.

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Auch der fehlende Tagestourismus sei deutlich spürbar, dieser sei immens wichtig für das Gastgewerbe oder den touristisch geprägten Einzelhandel, sagte Schwarz. Die Branche hoffe, dass möglichst bald entsprechende Lockerungen eintreten.

 

Zuvor hatte bereits der Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, darauf aufmerksam gemacht, dass der Blick über die Sommersaison hinaus in Richtung Herbst und Winter gelenkt werden müsse. „Dann wird Luft wieder dünner und es muss sich zeigen, ob die Unternehmen ein genügend großes Polster haben, um über den Winter zu kommen.” Gleichzeitig fehlten aktuell noch große Teile des Angebots an Kultur und Freizeitparks, die für einen Urlaub nötig seien.

Höhere Nachfrage nach Urlaub in M

Schwarz ging davon aus, dass es insgesamt eine höhere Nachfrage nach Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern geben wird. Hintergrund sei, dass viele Menschen noch Vorbehalte gegenüber einem Urlaub im Ausland hätten. Noch liege die Saison vor der Branche, aber noch gebe es auch starke Reglementierungen. Manche seien zu Recht erlassen worden. „Aber gerade die starre Haltung „Buffets gehen nicht” ist aus unserer Sicht nicht zu rechtfertigen”, sagte er in Richtung Landesregierung. Dagegen gehörten Abstandhalten und Maskentragen inzwischen zum Allgemeinverständnis.

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Für den Geschäftsführer des Tourismusverbands Mecklenburgische Seenplatte, Bert Balke, ist das Ende der 60-Prozent-Beschränkung die Rückkehr zur Normalität. Endlich gebe es auch die Möglichkeit, volle Umsätze bei vollen Kosten zu erwirtschaften. „Nach den vergangenen Wochen können wir nun über Aufholen und eine Zunahme von Neukunden sprechen”, sagte Balke. Dies führe zu einer Verdichtung der Nachfrage im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese liege in der Spitze ab Mitte Mai bis Anfang Juni beim Dreifachen des Vorjahresniveaus.

Es gilt der Heiligendamm-Knigge

Für ihn ist das Buffet das Nadelöhr. Dass sich die Gäste dort bedienen können, sei der von allen Anbietern als notwendig erachtete nächste Lockerungsschritt, betonte Balke. Letztlich herrsche in der Branche weiter die Unsicherheit, der nächste Winter komme bestimmt.

„Die Sicherheit der Gäste und der Mitarbeiter hat oberste Priorität”, sagte der Chef des Grand Hotels Heiligendamm, Thies Bruhn. Darum könne er derzeit nicht alle Betten belegen, auch wenn die Anfragen weit darüber hinausgingen. Frühstück gebe es in zwei Schichten, die erste fange schon um 7.00 Uhr an. Mit dieser Regelung könne er aber nur 60 Prozent der Betten belegen und damit rund 260 Gäste zufriedenstellen. Erst wenn die Abstandsregelung falle, könne er auf 80 bis 90 Prozent gehen. Bis dahin gelte der sogenannte Heiligendamm-Knigge, in dem der „Corona-Betrieb” geregelt sei.

Mit dem Fall der Begrenzung steige auch für die Campingbranche die Verantwortung, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden, sagte der Sprecher des Campingverbands MV, Gerd Scharmberg. Ein Problem für alle Betreiber seien die Menschen, die mit ihrem Wohnmobil an der Rezeption stehen, aber keine Vorbuchung vorweisen können. Das fordere die Menschen an den Rezeptionen ganz besonders. „Wir werden aber nicht unfreundlich sein.”

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