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Wie viel Personal brauchen Schwein, Rind und Huhn?

Wie persönlich die Tierbetreuung sein soll, das legt das neue Tierschutzkonzept des Landes Mecklenburg-Vorpommern fest, das am Montag von Minister Backhaus vorgestellt wurde.
Wie persönlich die Tierbetreuung sein soll, das legt das neue Tierschutzkonzept des Landes Mecklenburg-Vorpommern fest, das am Montag von Minister Backhaus vorgestellt wurde.
Rainer Jensen

Agrarminister Till Backhaus (SPD) will offenbar der anhaltenden Debatte um Massentierhaltung in MV den Garaus machen – und kommt jetzt mit einer ganz neuen Idee um die Hofecke.

Bis 2017 soll für die Bauern in MV ein Tier-Betreuungsschlüssel erarbeitet werden: „Damit wollen wir ermitteln, wie viel Personal man benötigt, um Tiere artgerecht zu betreuen“, sagte Backhaus am Montag. Es komme nicht auf die Größe eines Stalles an, sondern wie mit den Tieren umgegangen werde. Das Ministerium kann den Landwirten jedoch nicht vorschreiben, mehr Personal einzustellen. Deshalb kündigte der Minister an, die Vergabe von Fördergeldern als Druckmittel einzusetzen. Ob das die Kritiker und Gegner von Mega-Ställen besänftigt, ist allerdings fraglich.

Die Erarbeitung des Betreuungsschlüssel ist eines der Ziele im lange erwarteten Tierschutzkonzept des Landes, das Backhaus offiziell vorstellte. Wie der Nordkurier schon vorab berichtet hatte, formuliert es Ziele und Zeitrahmen, etwa zum Verzicht auf das Kürzen der Schwänze bei Schweinen und der Schnäbel bei Legehennen.  Auch geht es um eine einmalige Unterstützung der notleidenden Tierheime in Höhe von 1,5 Millionen Euro in den beiden kommenden Jahren. Tierschützern fehlen allerdings Angaben zu Bestandsobergrenzen.