WILDSCHWEINE

Wildschweine halten Greifswald in Atem

Wildschweine trauen sich immer näher in Greifswalder Wohngebiete. Jetzt muss sogar ein Weg für Fußgänger und Radfahrer gesperrt werden.
Symbolbild: Im Greifswalder Stadtgebiet sollen sich bis zu 100 Wildschweine aufhalten.
Symbolbild: Im Greifswalder Stadtgebiet sollen sich bis zu 100 Wildschweine aufhalten. Franziska Kraufmann
Greifswald ·

Da sich Wildschweine im Stadtgebiet niedergelassen haben, musste Greifswalds Bürgermeister, Stefan Fassbinder (Grüne), nun einen ganzen Greifswalder Fuß- und Radweg sperren lassen. „Die Gefahr ist zu groß, dass doch Menschen zu Schaden kommen“, so der Oberbürgermeister. Zwei Muttertiere haben die Greifswalder Verwaltung zu diesem drastischen Schritt gezwungen.

Der betroffene Studentensteig verbindet den Stadtteil Eldena mit dem Fischerdorf Wieck. Knapp 350 Meter führt er zwischen zwei Feldern durch unbebautes Gebiet. In wenigen Minuten gelangen gerade im Sommer zahlreiche Touristen auf dem direkten Weg von der Klosterruine zur historischen Zugbrücke. Statt Touristen besiedeln nun aber zwei Wildschweinbachen mit ihrem Nachwuchs den Weg. Diese hätten sich in einen Unterschlupf im Gestrüpp unmittelbar hinter dem letzten Haus direkt am Studentensteig niedergelassen.

Bis zu 100 Wildschweine in Greifswald

Eine gefährliche Situation, die nun zur Schließung des Weges geführt hat: Greifswalds Wildtiermanager, Heiko Gust, geht davon aus, dass im Stadtgebiet zwischen 70 und 100 Wildschweine leben. Seit mehreren Wochen halten die Tiere die Hansestadt in Atem. Bereits Ende Januar musste die Stadtverwaltungen Warnungen für den Greifswalder Stadtpark, zwischen der dicht bewohnten Stadtteile Ostseeviertel und Schönwalde I aussprechen.

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Gust erklärte, dass die Tiere sich nicht zuletzt durch das hohe Fressangebot in Greifswald wohl fühlen würden. „Dies führt unter anderem dazu, dass sich die Bachen nicht einmal zum Gebären ihres Nachwuchses aus dem Stadtgebiet zurückziehen, sondern mitten im bebauten Gebiet niederlassen”, so Gust. Erschwerend kam im Januar hinzu, dass die Bachen nicht gestört werden dürfen. Im Bundesjagdgesetz ist der Schutz von Muttertieren verankert.

Tiere behutsam vertreiben

Keines der Muttertiere ist seit Ende Januar verschwunden. Der Einsatz von chemische Vergrämungsmitteln ist bereits gescheitert. Deswegen soll nun versucht werden, die Tiere behutsam zu vertreiben. Dafür werden sie in den nächsten Tagen und Wochen mehrmals pro Woche in ihren Unterschlüpfen gestört werden. Gelingt das, werden sich die Tiere aus dem Stadtgebiet zurückziehen.

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Gust richtete sich auch mit einem Aufruf an die Greifwalder: Hunde sollten an der Leine gehalten werden und auch das Füttern andere Wildtiere wie Katzen und Vögel sei dringend zu unterlassen.

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Kommentare (1)

kommt mit der Kälte!