AUFTRITT IN SCHWERIN

Wildtier-Verbot für Zirkusse gekippt

Die Stadt Schwerin untersagte Betrieben Aufführungen mit wilden Tieren. Vor Gericht setzte sich ein Zirkus aber durch. Das ist nicht die erste Niederlage für die Landeshauptstadt.
dpa
Wilde Tiere gehören nicht in die Manege, befanden die Schweriner Stadtvertreter. Doch, sagen hingegen die Richter aus Greifswald.
Wilde Tiere gehören nicht in die Manege, befanden die Schweriner Stadtvertreter. Doch, sagen hingegen die Richter aus Greifswald. Andreas Gebert
Schwerin/Greifswald.

Die Gegner von Zirkus-Wildtier-Nummern haben eine weitere juristische Niederlage erlitten. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Greifswald entschied, dass die Stadt Schwerin Zirkusbetrieben mit Tieren wildlebender Arten ein Gastspiel nicht verwehren darf, wenn ein Unternehmen eine tierschutzrechtliche Genehmigung besitzt. Das teilte die Stadtverwaltung am Freitag mit. Das OVG bestätigte ein Urteil des Verwaltungsgerichts Schwerin, gegen das die Landeshauptstadt vorgegangen war, weil Teile der Stadtvertretung dies wünschten. Der OVG-Beschluss ist unanfechtbar.

Der traditionsreiche Circus Probst, der vom 22. bis 30. Juli in Schwerin gastieren will, reagierte erleichtert. „Der Circus Probst wird jährlich in circa 40 Gastspielstädten von unterschiedlichen Amtsveterinären persönlich besucht und kontrolliert und dabei immer gelobt für seine vorbildliche Tierhaltung”, teilte der Zirkus mit. Auch im Bundestag sei am 20. Juni ein Verbot von Wildtieren in Zirkusunternehmen mit deutlicher Mehrheit abgelehnt worden. Darüber sei der Circus Probst besonders froh.

Verbote gab es auch in anderen Städten

Der Vorsitzende der Fraktion Unabhängige Bürger in der Schweriner Stadtvertretung, Silvio Horn, bedauerte die OVG-Entscheidung. „Der Antrag, kommunale Flächen künftig nur noch an Zirkusbetriebe zu vermieten, die keine Wildtiere mitführen, hatte in der Stadtvertretung eine sehr große Mehrheit”, sagte er. „Tiere wildlebender Arten sollten nicht in Zirkusbetrieben gehalten werden und viele tausend Kilometer im Jahr umherreisen müssen.” Horn forderte eine Änderung des Bundestierschutzgesetzes.

Die Schweriner Stadtverordneten hatten im Januar 2016 beschlossen, dass in Schwerin nur noch Zirkusse ohne Tiere wildlebender Arten gastieren dürfen. Beschlüsse dieser Art gab es auch in anderen deutschen Städten. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg (Niedersachsen) hatte in einem ähnlichen Fall wie das OVG Greifswald jetzt entschieden. Der Circus Probst zeigt nach Angaben des Verwaltungsgerichts unter anderem Kamele, Lamas und Zebras.

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