Für die einen ist die Windkraft ein rotes Tuch – für andere eine große Chance: Der Ausbau der erneuerbar
Für die einen ist die Windkraft ein rotes Tuch – für andere eine große Chance: Der Ausbau der erneuerbaren Energien bleibt ein umstrittenes Thema. Patrick Pleul
Energiewende

Windräder in MV bald auch in Waldgebieten?

Kaum ein Thema wie Windkraft wird seit Jahren so intensiv und kontrovers diskutiert – auch in MV. Jetzt gab es vom Wirtschaftsminister einen vielsagenden Hinweis.
Schwerin

Ausstieg aus Kernkraft und Ende des Kohleabbaus, Unabhängigkeit von russischen Gas- und Ölimporten – vermehrte Nutzung von erneuerbaren Energien: In diesem politischen Spannungsfeld bewegt sich die Diskussion um den Ausbau der Windkraftanlagen – gerade auch vor dem Hintergrund, dass die Bundesregierung den Stromverbrauch in Deutschland ab 2035 komplett aus erneuerbaren Energien decken will.

2,1 Prozent Landesfläche nur für Windräder

Die Bundesländer sollen zum massiven Windkraftausbau verpflichtet werden. Für Mecklenburg-Vorpommern bedeutet das: Statt bisher 0,8 Prozent der Landesfläche sollen im Jahr 2032 2,1 Prozent entsprechend ausgewiesen sein.

MV-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer nannte das 2,1-Prozent-Ziel bis 2032 „sehr ehrgeizig“. Der Minister versicherte jedoch, das Land werde gemeinsam mit dem Bund zu diesem Ziel im Entwurf des Wind-an-Land-Gesetzes stehen. Bisher fehlten für solch eine Ausweitung der Windflächen allerdings die Instrumente – vielerorts treffen Entwicklungsvorhaben auf massiven Widerstand der Bevölkerung.

Meyer forderte im geplanten Bundesgesetz nicht nur die Vereinfachung der Genehmigungsverfahren, sondern auch Regelungen zur Beteiligung der Menschen. „Wir brauchen die Akzeptanz der Bevölkerung für den Ausbau der erneuerbaren Energien, das ist das A und O der Energiewende“, sagte der Minister.

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Waldgebiete im Fokus

Und noch etwas betonte der SPD-Politiker und dürfte damit eine neue Diskussion aufmachen: „Im Zusammenhang mit dem ambitionierten Ausbauziel werden wir auch prüfen müssen, ob auch Windkraftanlagen in geeigneten Waldgebieten möglich sind.“

Ihre grundsätzliche Skepsis gegenüber der Windkraft und auch den Plänen der Ampelkoalition in Berlin, die bisher geltende 1000-Meter-Abstandsregel von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung zu kippen, äußerte die AfD. Horst Förster von der größten Oppositionspartei im MV-Landtag stellte unmissverständlich klar, dass „Ex-Kanzlerin Merkel mit ihrem überstürzten Ausstieg aus Atomkraft und Kohle das Übel herbeigeführt hat“. Mecklenburg-Vorpommern sollte schauen, ob es nicht die Energiesicherheit mit Strom aus polnischen Atomkraftwerken gewährleisten könne. „In unserem Nachbarland werden Atomkraftwerke gebaut“, sagte Förster.

Sandy van Baal von der FDP hielt dagegen. „Die erneuerbaren Energien sind keine Bedrohung, sondern eine Chance. Das müssen wir endlich begreifen“, so die Liberale.

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