Unsere Themenseiten

Aschermittwoch der CDU

:

„Wir schaffen das!“ - Merkel hat es tatsächlich wieder gesagt

Merkel war zum 21. Mal bei der Aschermittwochsveranstaltung.
Merkel war zum 21. Mal bei der Aschermittwochsveranstaltung.
Christian Charisius

Für Angela Merkel ist es ein Heimspiel: Die CDU-Vorsitzende bekommt in Demmin mehr Beifall als in den Vorjahren. Einen Aschermittwoch ohne richtige Regierung nach einer Wahl gab es noch nie.

Ihr Auftritt war kurz und endete mit dem Satz „Wir schaffen das”, dann folgten zwei Minuten Beifall: Die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel ist auf dem politischen Aschermittwoch der CDU in Mecklenburg-Vorpommern von Gästen und Parteifreunden stärker gefeiert worden, als in allen Jahren zuvor. „Das war sehr motivierend”, sagte der Präsident des Landesbauernverbandes Detlef Kurreck. „Ich bin überwältigt, die Rede war sehr kulturvoll”, lobte Martina Breitzmann, die als Nicht-CDU-Mitglied aus der Nähe von Rostock nach Demmin in Vorpommern gekommen war. Im Gegensatz zu vielen anderen Politikern, ergänzte Breitzmann.

Gepunktet hat die geschäftsführende Bundeskanzlerin diesmal vor allem mit ihrem Aufruf zu Kompromissfähigkeit an alle Parteien, angesichts der Führungskrise bei der SPD und der langwierigen Regierungsbildung. „Es geht jetzt im Augenblick nicht darum, permanent zu fragen, was macht der andere falsch”, warnte Merkel, ohne die SPD oder andere Parteien direkt anzusprechen. In der aktuellen Lage müsse sich jede Partei vielmehr fragen: „Was kann ich für dieses Land tun.”

Merkel war zum 21. Mal bei der Aschermittwochsveranstaltung. Es sei noch nie vorgekommen, dass es nach einer Wahl Aschermittwoch noch keine Regierung gab, erklärte sie vor rund 1000 Gästen und etwa 90 Medienvertretern. Vor der CDU-Chefin hatte CDU-Landeschef Vincent Kokert den möglichen Koalitionsvertrag mit der SPD bereits verteidigt. Der Vertrag, der Kokert mitverhandelte, enthalte Leitplanken, die dem Markenkern der CDU entsprechen. Daran komme auch ein SPD-Finanzminister nicht vorbei. „Für diese Inhalte musste die CDU der SPD entgegenkommen.” Für ihn seien aber Inhalte wichtiger als Posten. „Wenn die SPD das anders sieht, ist das ihre Sache.”

Merkel fordert bessere Zusammenarbeit bei Bundes- und Landespolizei

Als Beispiel nannte Kokert eine Regelung zu DDR-Altschulden von Kommunen, bei der der Bund nun helfen soll. Genau dies helfe vielen Städten und Dörfern. Sollte der Mitgliederentscheid bei der SPD nicht zu einer Regierung führen, „wäre das die größte Katastrophe für die SPD selbst”.

„Mit der Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität sind wir noch nicht zufrieden” sagte Merkel. Hier müsse besser mit Bundes- und Landespolizei zusammengearbeitet werden. Vorpommern grenzt an Polen und wird von osteuropäischen Banden als Transitgebiet, aber auch für Einbrüche und Diebstähle heimgesucht.

Zudem kritisierte Merkel eine überbordende Bürokratie. Deutschland müsse schneller werden beim Ausbau von Glasfasernetz, Internet und Stromnetz. Das hörte Kurt Kunze gern. „Die Rede war etwas kurz, aber wir hoffen mal, dass das jetzt wirklich schneller geht”, erklärte Kunze, der bei der Stadt Demmin arbeitet und noch keinen Polit-Aschermittwoch verpasst hat. Die Internetversorgung in Demmin sei noch verbesserungswürdig. Für echte Musik sorgten die „Barther Blasmusikanten”: Sie spielten immer wieder „Wer soll das bezahlen” und „Auf in den Kampf Torero.” Martina Breitzmann will wiederkommen.

Kommentare (4)

Der Suggereur versucht durch entsprechende Gemütsbewegungen möglichst platte Phrasen immer und immer wieder einzutrichtern, so wie der Hypnotiseur den Blick des andern auf seinen erhobenen Finger einengt, bis das "Medium" das Bewußtsein verloren hat. Der Suggerierte kennzeichnet sich dadurch, dass er wie ein Schallplatte nachplappert und an seine Wahnvorstellung auch dann noch "glaubt", wenn ihm klar ihre Unrichtigkeit nachgewiesen wird.

Suggestionen erzeugen labile Zustände, die aber zum Glück nach einer gewissen Zeit wieder in den Ausgangszustand zurückkehren. Die Rede der Kanzlerin war jedoch derart ermüdend, dass es einer Hypnose gar nicht bedurfte, um einzuschlafen. Es ging ihr wohl mehr darum, überhaupt eine Rede zu halten als um den Inhalt der Rede selbst.

Ich bezog mich ausschließlich auf das tiefenpsychologische "Wir schaffen das"-Mantra. Die Reden der Geschäftsführerin ignoriere ich schon seit sie die Bereinigungsgesetze mit der Ansage "es gibt keinen Anspruch auf soziale Marktwirtschaft und Demokratie für alle Zeiten" offiziell verkündete.

... Sie hätten sich auf sich selbst bezogen.