MV-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ist einer Frage zu einem privaten Waffenkauf ausgewichen.
MV-Innenminister Lorenz Caffier (CDU) ist einer Frage zu einem privaten Waffenkauf ausgewichen. Jens Büttner (Archiv)
Lorenz Caffier

Wirbel um angeblichen Waffenkauf im rechten Milieu

Weil der MV-Innenminister auf die Frage einer Journalistin nicht antworten wollte, steht nun der Verdacht im Raum, dass er sich privat eine Waffe bei einem Mann aus dem Nordkreuz-Milieu gekauft hat.
Schwerin

Eigentlich ging es bei der Pressekonferenz am Donnerstag um den neuen Verfassungsschutzbericht für Mecklenburg-Vorpommern, den Innenminister Lorenz Caffier (CDU) vorstellte. Doch dann fragte eine Journalistin der „Taz”, ob Caffier sich eine Waffe beim Waffenexperten Frank T. gekauft habe.

+++ Aktualisierung, denn am Freitagnachmittag kam heraus: Caffier hat tatsächlich bei Frank T. eine Waffe gekauft. Er hält das aber nicht für problematisch – bedauert jedoch, es für seine Privatsache gehalten zu haben. Mehr dazu lesen Sie hier. +++

So antwortete Caffier auf die Frage der Journalistin

Frank T. war im Zuge der Ermittlungen gegen die rechtsextreme Gruppierung „Nordkreuz” in den Fokus geraten. Dass Spezialkräfte des Landeskriminalamts Mecklenburg-Vorpommern auf seiner Schießanlage bei Güstrow Trainings absolviert hatten, hatte in den vergangenen Jahren für große politische Entrüstung in Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus gesorgt. Zusammen mit weiteren Vorfällen hatte Caffier die Vorgänge dieses Jahr zum Anlass genommen, seinen Polizeiapparat umzustrukturieren.

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Nun steht Caffiers persönliches Verhältnis zu Frank T. auf einmal im Fokus – obwohl es von Caffier und auch sonst von niemandem eine Bestätigung für den angeblichen Waffenkauf gibt. Doch Caffier reagierte auf die Frage der Journalistin in einer Weise, die aufhorchen lässt: Er erklärte, diese Frage sei „Privatbereich”, die Journalistin könne sich gern schriftlich an ihn wenden. Die Journalistin beteuert aber, dies bereits getan zu haben – und keine Antwort erhalten zu haben.

Kommentar: Caffiers Schweigen ist keine Option

Nach der Pressekonferenz berichtete zunächst die Ostsee-Zeitung und dann immer mehr bundesweite Medien über den Vorfall, auch der Artikel der Taz-Journalistin ist inzwischen veröffentlicht worden. Eine Bestätigung für das Gerücht über den Waffenkauf gibt es weiterhin nicht. Dennoch ist es gut möglich, dass der öffentliche Druck durch die Berichterstattung Caffier in den nächsten Tagen oder gar Stunden zwingen wird, die Frage doch noch in aller Öffentlichkeit zu beantworten...

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