AfD-interne Vorwürfe

Wird der Schweriner Landtag für Sexpartys missbraucht?

Die Streitigkeiten innerhalb der MV-AfD erreichen einen neuen Höhepunkt: Aus der Partei heraus wird einem Abgeordneten vorgeworfen, wilde Feiern im Landtag zu veranstalten.
Den Anschuldigungen zufolge soll ein AfD-Politiker freizügige Damen zu Feiern in das ehrwürdige Schweriner Schloss g
Den Anschuldigungen zufolge soll ein AfD-Politiker freizügige Damen zu Feiern in das ehrwürdige Schweriner Schloss geladen haben. NK-Bildmontage, Christian Charisius
Schwerin

Saufgelage in den Fraktionsräumen, der Besuch freizügiger Damen in den späten Abendstunden und angebliches Video-Material von vergnüglichem Treiben im Plenarsaal: In einem anonymen Schreiben, das dem Nordkurier vorliegt, werden schwere Vorwürfe gegen ein Mitglied der AfD-Fraktion im ehrwürdigen Schweriner Schloss erhoben.

Es gibt offenbar keine handfesten Beweise

Auch ein Parteimitglied aus Greifswald nutzt seinen Facebook-Auftritt, um von diesen und weiteren Vorwürfen zu berichten. Thomas Kerl, gegen den aktuell ein Parteiausschlussverfahren läuft, fordert in einem Video Zuschauer auf, ihm Beweise für die Anschuldigungen zu liefern. Womit allerdings auch klar ist: Ihm selbst liegen offenbar keine Beweise vor. Auch auf die Nennung des Namens des in dem anonymen Schreiben beschuldigten Abgeordneten verzichtet Kerl.

Mehr lesen: Streit um Alterspräsident im Landtag – AfD ist sauer

In dem anonymen Schreiben wiederum heißt es, das Wachpersonal des Landtags berichte von „regelmäßig nachts in den Fraktionsräumen veranstalteten Saufgelagen, zu dem auch leicht bekleidete Mädchen geladen sind”. Über Videokameras sollen Wachleute demnach mitverfolgt haben, wie sich der AfD-Politiker im Plenarsaal „mit dem ein oder anderen dieser Mädchen vergnügte”.

Plenarsaal ist eigentlich immer abgeschlossen

Der beschuldigte Abgeordnete weist auf Nordkurier-Nachfrage die Vorwürfe von sich und prüft nach eigenen Angaben aktuell, rechtliche Schritte einzuleiten. Aus Fraktionskreisen hieß es zudem, die Geschichte sei schon allein deshalb unglaubwürdig, weil der Plenarsaal immer abgeschlossen sei. Wolle ein Abgeordneter ihn außerhalb der Sitzungen betreten, gehe dies zwar grundsätzlich – dann aber nur unter ständiger Anwesenheit eines Wachmanns.

Auch interessant: AfD-Politiker Weber kann wieder an Uni Greifswald lehren

Auch die Verwaltung des Landtages ist in der Angelegenheit aktiv, ermittelt aber nicht gegen einen Abgeordneten. Verwaltungsmitarbeiter gehen dem Vorwurf nach, „es habe Fehlverhalten des Haussicherheitsdienstes des Landtages gegeben”, teilt der Pressesprecher der Landtagsverwaltung dem Nordkurier mit. Konkret gehe es um den unerlaubten Aufenthalt von Personen im Schweriner Schloss. „Auch der Plenarsaal soll unrechtmäßig betreten worden sein”, so der Sprecher am Montag.

Es ist fraglich, ob das Sex-Video überhaupt existiert

Ob es bereits erste Erkenntnisse nach Befragung des Wachpersonals gibt, und wie ein weiteres Verfahren aussehen würde, falls sich die Vorwürfe bestätigten, beantwortete der Landtagssprecher dem Nordkurier nicht. Einem Beitrag der Schweriner Volkszeitung zufolge, die zuerst über die Anschuldigungen berichtete, werden von der Video-Überwachung im Plenarsaal keine Aufzeichnungen erstellt. Demnach ermittelt Landtagsdirektor Armin Tebben in dem Fall, der die zu prüfenden Anschuldigungen als „möglicherweise strafrechtlich relevant” einstuft, sollten sie sich bewahrheiten.

Dem Nordkurier gelang es am Montag zunächst nicht, einen Beweis für die Existenz des angeblichen Sexvideos im Plenarsaal zu finden. Es ist also durchaus möglich, dass es sich nur um boshaftes Geraune innerhalb einer von Intrigen zerrütteten Partei handelt.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Schwerin

zur Homepage

Kommentare (11)

Haben nach der letzten Wahl ohnehin nichts zu lachen...

Der Stasischädel hat wieder feuchte Träume.....

...ein anonymes Schreiben dann: Es ist also durchaus möglich, dass es sich nur um boshaftes Geraune innerhalb einer von Intrigen zerrütteten Partei handelt. Könnte es im Bereich des Möglichen liegen, daß da jemand der AfD ans Bein pinkeln will? Ansonsten, seit vor Jahren Spuren von Kokain auf der Herrentoilette des Bundestages gefunden wurden traue ich unseren Politikdarstellern alles zu.

👍👍👍😜

...sind doch auch nur durch Corona geschädigte Mitmenschen!

einen Artikel zu schreiben, um einer Partei ans Bein zu ...na wissen schon, ist für mich kein Journalismus. Da müssen schon Beweise her.

Egal, was in Straßburg so los ist, wenn Politiker tagen, kann hier gelesen werden:

https://www.tagesschau.de/ausland/eu112.html

Das ist doch ein alter Hut, daß Politiker und überhaupt die feinen Pinkel sich verlustigen, so alt wie das Gewerbe selbst.
Also nichts Neues.
Vielleicht pinkelt der Autor der Partei ans Bein, wenn er Beweise hat, sonst könnte es Klagen geben.

Ich halte auch nichts von der AFD, wegen Weidel und GoldmanS. u. einigen anderen Spinnern, aber die anderen Parteien sind auch nicht besser, ehrlicher und fair.

Partei xy leistet sich Verfehlungen, "grunz grunz hetz Brüll kotz"

Afd leistet sich Verfehlungen Reaktion:" och menno lasst die doch in Ruhe die anderen sind auch ganz schlimm."

Alternative für Doppelmoral
Die sind fast so witzig wie die Heuchler von der fdp und ihre Blockpartei Politiker aus der DDR.

Konkrete Anhaltspunkte oder Beweise liegen nicht vor. Es ist halt wieder die typische Hetze gegen eine Partei, die den Systemparteien nicht in den Kram passt.

Wenn keine Beweise gegen andere Politiker und Parteien vorliegen, stört es euch auch nicht. Also heul in dein Kissen.

Eines der Mädchen soll Manuela heißen...

Beweise aber die Gerüchte sind es dem NK dennoch wert in die Welt hinausposaunt zu werden.
Bildzeitung lässt grüßen...
Soll haben, soll gewesen sein, könnte, vielleicht, eventuell, möglicherweise...
Journalismus sollte sich auf Fakten stützen.
Das Ergebnis solcher öffentlich gemachter Latrinenparolen sind unqualifizierte und im Ausdruck unterirdische Bemerkungen
von mile, pommernbirne und Co.
Endlich wieder eine Gelegenheit für diese Klientel, ihre Verbalfäkalien loszuwerden.
Manche Leute vermeiden es, mit vollem Mund zu sprechen. Sie scheuen sich aber nicht, es mit leerem Kopf zu tun...
(frei nach Orson Welles)