„KÖNIGSWEG“

Wird Rügens Königsstuhl schon im nächsten Jahr gesperrt?

Wer noch einmal die Aussicht von Rügens Königsstuhl erleben will, sollte mit einem Besuch nicht mehr lange warten. Denn schon bald könnte eines der wichtigstes Wahrzeichen MVs gesperrt werden.
Ralph Sommer Ralph Sommer
Die Bildmontage zeigt Größe und Wirkung der geplanten Königsweg-Konstruktion aus etwa 200 Metern Entfernung.
Die Bildmontage zeigt Größe und Wirkung der geplanten Königsweg-Konstruktion aus etwa 200 Metern Entfernung. Grafik: sbp
Die Bildmontage zeigt die geplante Königsweg-Konstruktion aus der Luft. Deutlich wird, dass der ellipsenartige Rundweg nicht bis über den Königsstuhl reichen, sondern schon davor enden wird.
Die Bildmontage zeigt die geplante Königsweg-Konstruktion aus der Luft. Deutlich wird, dass der ellipsenartige Rundweg nicht bis über den Königsstuhl reichen, sondern schon davor enden wird. Grafik: sbp
Die Grafik zeigt die Verankerung des neuen Königswegs, der etwa fünf bis zehn Meter über den Baumwipfeln bis über das Königsgrab (3) führen und noch vor der bisherigen Aussichtsplattform auf dem Königsstuhl (4) enden wird. Die Last wird von einem 40 Meter hohen Abspannmast (1) getragen. Die Fundamente (2) sollen etwa 60 Meter tief in den stabilen Felsen weit hinter dem Königsstuhl getrieben werden.
Die Grafik zeigt die Verankerung des neuen Königswegs, der etwa fünf bis zehn Meter über den Baumwipfeln bis über das Königsgrab (3) führen und noch vor der bisherigen Aussichtsplattform auf dem Königsstuhl (4) enden wird. Die Last wird von einem 40 Meter hohen Abspannmast (1) getragen. Die Fundamente (2) sollen etwa 60 Meter tief in den stabilen Felsen weit hinter dem Königsstuhl getrieben werden. Grafik: sbp
Stubbenkammer.

Weil der Zugang zu dem 118 Meter hohen Kreidefels bröckelt, plant die Stadt Sassnitz die Errichtung einer neuen Aussichtsplattform, die in Form eines elliptischen Rundweges über dem Königsstuhl schweben soll. Die Bauarbeiten könnten schon im kommenden Jahr beginnen, sagte eine Sprecherin der beauftragten BIG Städtebau in Stralsund dem Nordkurier.

Der Bau der mit sieben Millionen Euro veranschlagten Spezialbrücke soll voraussichtlich noch in diesem Jahr europaweit ausgeschrieben werden. Eine Entscheidung könnte dann im Frühjahr fallen, sagte die Sprecherin. Gerechnet wird mit einem Jahr Bauzeit, während dessen der alte Königsstuhl zumindest zeitweise für die Öffentlichkeit gesperrt werden muss.

Der dann auch barrierefreie Königsweg könnte 2021 eingeweiht werden. Den Plänen des in Stubbenkammer ansässigen Erlebniszentrums zufolge soll danach der Zugang zum bisherigen Königsstuhl für immer gesperrt werden.

Versuche im Windkanal abgeschlossen

Nach Angaben des weltweit bekannten Berliner Brückenbauexperten Mike Schlaich sind die Versuche mit einem etwa einen Meter großen Brücken- und Felsmodell im Windkanal in Birkenfeld in Baden-Württemberg inzwischen erfolgreich abgeschlossen worden. „Damit verfügen wir jetzt über alle erforderlichen Planungsgrundlagen und können in die Erstellung der endgültigen Projektunterlagen gehen“, sagte er dem Nordkurier.

Für die Fundamente hatte bereits im April dieses Jahres eine Spezialfirma entsprechende Probebohrungen bis 60 Meter tief in den Boden getrieben.

Unterdessen meldete die Stralsunder Firma Ostseestaal Interesse am Bau der Edelstahl-Hängebrücke an. „Wir haben das entsprechende Know-how und könnten die geschwungene Brückenkonstruktion in unseren Werkshallen am Strelasund vorfertigen“, sagte Geschäftsführer Thomas Kühmstedt.

 

Der Königsweg – ein 90 Meter langer Rundgang über dem Kreidefels

Nach Plänen des Berliner Planungsbüros schlaich bergermann partner (sbp) soll der Königsweg als 90 Meter langer und barrierefreier Rundgang über den bisherigen Zuweg zum Königsstuhl schweben.

Obwohl die ellipsenartige Brückenkonstruktion nicht ganz bis zum Königsstuhl reichen wird, garantieren die Architekten die gleichen Aussichten wie bisher. Im Gegenteil: Der Rundgang soll seitlich sogar völlig neue Sichtachsen in die Kliffhangwälder eröffnen.

Er ist anfangs 2,50 Meter breit und soll an der Spitze 3,50 Meter Breite erreichen. Damit ist er auch für Begegnungen mit Kinderwagen und Rollstuhlfahrern ausgelegt, die derzeit gar nicht oder nur mit großer Mühe Rügens berühmteste Aussicht erreichen können. Eine Beschränkung der Personenzahl soll es nicht geben. Noch nicht geklärt ist allerdings, bei welcher Windstärke die möglicherweise in Schwingung geratene Plattform gesperrt werden muss.

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