AUSZEICHUNG

Wird Edward Snowden jetzt Ehrendoktor der Uni Rostock?

Die Universität Rostock möchte den „Whistleblower” Edward Snowden die Ehrendoktorwürde verleihen. Und das seit fünf Jahren. Und es scheint kein Ende in Sicht.
dpa
Die Philosophische Fakultät möchte Edward Snowden die Ehrendoktorwürde verleihen und damit dessen Beitrag zur Bereitstellung und Aufbereitung wichtiger Datenbestände würdigen.
Die Philosophische Fakultät möchte Edward Snowden die Ehrendoktorwürde verleihen und damit dessen Beitrag zur Bereitstellung und Aufbereitung wichtiger Datenbestände würdigen.
Greifswald.

In dem seit 2014 dauernden Streit um die Verleihung der Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Rostock an den "Whistleblower" Edward Snowden ist keine Entscheidung in Sicht. Es könne kein Zeitpunkt für eine Verleihung genannt werden, sagte eine Sprecherin des Oberverwaltungsgerichts in Greifwald am Montag.

Im vergangenen Jahr seien weit über 1000 Verfahren beim Gericht eingegangen. Bei deren Abwicklung gehe es zum einen um das Alter der Verfahren, zum anderen um Wichtigkeit und Dringlichkeit. "Unter Berücksichtigung dieser Prioritäten kann kein Termin genannt werden."

Die Philosophische Fakultät hatte im April 2014 beschlossen, Snowden die Ehrendoktorwürde zu verleihen und damit dessen Beitrag zur Bereitstellung und Aufbereitung wichtiger Datenbestände zu würdigen. Sie sah mit der Aufdeckung der Praktiken des US-Geheimdienstes NSA die Funktion eines klassischen Aufklärers erfüllt und damit eine hervorragende wissenschaftliche Leistung erbracht.

Fakultät zieht gegen Universitätsdirektor vor Gericht

Universitätsrektor Wolfgang Schareck hingegen bewertete die Übergabe des Datenbestands nicht als besondere wissenschaftliche Leistung, die eine Ehrendoktorwürde rechtfertigen würde und verhinderte die Ernennung.

Dagegen zog die Fakultät vor das Verwaltungsgericht in Schwerin, das sich im Juni 2016 der Meinung Scharecks anschloss. Die Fakultät habe in ihrem Beschluss für die Ehrung Snowdens den vom Land vorgegebenen rechtlichen Rahmen verkannt.

Im Jahr 2013 hatte Snowden Journalisten im großen Stil vertrauliche Dokumente über massive Abhörpraktiken des US-Geheimdiensts NSA und anderer Dienste zugespielt. Nach einer hollywoodreifen Flucht hatte er Asyl in Russland bekommen, wo er seither lebt.

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