SCHNEECHAOS

Mindestens 400.000 Euro Schäden im Wildpark MV

Im Vogelpark Marlow hat der Wintereinbruch an Ostern für Zerstörung gesorgt. Auch den Wildpark MV in Güstrow hat es schwer getroffen.
dpa
Anna-Christina Bytom Anna-Christina Bytom
Vier große Flugvolieren stürzten ein und müssen neu gebaut werden.
Vier große Flugvolieren stürzten ein und müssen neu gebaut werden. Jens Kalaene
2
SMS
Güstrow.

Das Schneechaos vom Osterwochenende hat im Wildpark MV in Güstrow nach ersten Angaben Schäden von mindestens 400.000 Euro angerichtet. "Vier große Flugvolieren sind zusammengestürzt", sagte Geschäftsführer Klaus Tuscher am Dienstag. Reparaturen seien nicht möglich, die Volieren müssten neu gebaut werden.

Vor allem die Volieren der Großvögel wie Seeadler und Uhus, aber auch die neue Heimat der Wildwellensittiche seien betroffen. Ein Pärchen Seeadler und mehrere Wellensittiche seien entflogen. Während sich die Wellensittiche in der nahen Umgebung aufhalten, gebe es keine Sichtung der Adler.

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) machte sich am Dienstag ein Bild über die Schäden im Wildpark. "Das außergewöhnliche Naturereignis stellt den Wildpark MV vor besondere Herausforderungen. Das gesamte Ausmaß wird erst allmählich deutlich, wenn der Schnee weggetaut ist", erklärte er. "Deshalb wollen wir helfen. Wir werden wie im Vogelpark Marlow Fördermittel im Rahmen der touristischen Infrastruktur mit bis zu 90 Prozent zur Verfügung stellen.“

Der Wildpark blieb aus Sicherheitsgründen geschlossen

Wie Tuscher berichtete, sind unzählige Bäume umgestürzt. Vor allem bei den Kiefern seien die Kronen abgebrochen. Bei den Raubtiergehegen habe es einige "Zauntreffer" gegeben, doch es habe keine Gefahr bestanden, dass Tiere in die Freiheit entkommen konnten.

"Innerhalb kürzester Zeit haben sich auch riesige Maschen mit Schnee zugesetzt. So sind enorme Lasten entstanden", erklärte Tuscher, der seit 1982 in dem Park arbeitet und so etwas noch nie erlebt hatte. Als zusätzliches Problem sei hinzugekommen, dass der nasse Schnee schnell gefror. Alle verzweifelten Versuche der Mitarbeiter, mit Teleskopstangen auch in Nachtschichten die Volieren von der Last zu befreien, seien gescheitert. "Es war nicht zu schaffen."

Der mit vielen einheimischen Wildtierarten ausgestattete Park hat sich in den vergangenen Jahren zu einer gut nachgefragten Freizeiteinrichtung entwickelt. Wie der Rostocker Zoo blieb auch der Wildpark am Osterwochenende aus Sicherheitsgründen geschlossen. Glawe war bereits am Montag im Vogelpark Marlow, wo ein Großteil der Außenvolieren unter dem Druck des Schnees zusammengebrochen waren. Nach Angaben des Vogelparks waren dort Schäden von rund 500.000 Euro entstanden. Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann hatte zusätzliche in Hilfe in Höhe von 50.000 Euro aus dem Vorpommern-Fonds zugesagt.

 

zur Homepage
Unser Sommerhit: Nordkurier digital + gratis Tablet

Kommentare (1)

Dafür gibt es doch Versicherungen?
Oder wurde wieder mal am verkehrten Ende gespart? Die Wetterphänomene mit Unwettercharakter nehmen zu, auch im Sommer. Da sollte schnellstens nachgebessert werden.