„Wir werden trotz guter Planung nicht immer voraussehen können, wo Investitionen hingehen”, sagt Reinhard Mey
„Wir werden trotz guter Planung nicht immer voraussehen können, wo Investitionen hingehen”, sagt Reinhard Meyer (SPD), Wirtschafts-, Tourismus- und Verkehrsminister von Mecklenburg-Vorpommern. Jens Büttner
Energiewende

Wirtschaftsminister sieht Öko-Energie als Investitionsmagnet

Den bereits jetzt hohen Anteil an erneuerbarer Energie an der Stromerzeugung will Reinhard Meyer nutzen, um Investitionen in den Nordosten zu locken.
dpa
Schwerin

Durch die Kopplung von erneuerbaren Energien und dem Zugang zu leistungsfähiger digitaler Infrastruktur will der Wirtschaftsminister Reinhard Meyer Investitionen ins Land holen. Dies sei zwar auch viel Zukunftsmusik, „aber ich glaube, wenn man jetzt nicht die Zukunft heute anpackt und plant, wie man damit umgeht”, habe man später das Nachsehen, sagte er.

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Meyer verwies in diesem Zusammenhang auf ein Beispiel aus Dänemark: Dort hatte sich der IT-Riese Apple die jütländische Provinz als Standort für ein großes Rechenzentrum ausgesucht, weil dort die Verbindung aus erneuerbaren Energien und digitalem Anschluss bereits früh gegeben war.

Insgesamt hofft Meyer, dass sich besonders die Industrien, die viel Strom benötigen, im Zuge der Energiewende bei ihrer Standortwahl neu orientieren und sich dort ansiedeln, wo bereits viel grüner Strom verfügbar ist. Norddeutschland könne hiervon im Gegensatz zu den Industriezentren in Süd- und Westdeutschland profitieren.

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Das Land arbeite bereits mit anderen Bundesländern an einer norddeutschen Strategie. Jedoch sollte man aus Sicht des Wirtschaftsministers auch nicht zu hohe Erwartungen haben: „Wir werden trotz guter Planung nicht immer voraussehen können, wo Investitionen hingehen.”

Meyer sieht zudem noch Nachholbedarf bei der Digitalisierung, vor allem im ländlichen Raum. Bezogen auf den Ausbau der Mobilfunk-Masten sagte er: „Tatsache ist, es geht nicht so schnell voran, wie wir uns das vorgestellt haben”. Auch der Widerstand der Bürger gegen die Errichtung spiele hier eine Rolle.

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Der Minister betonte jedoch, dass der Zugang zu schnellem mobilem und Festnetz-Internet in vielen Bereichen essenziell sei: Neben dem privaten Internetempfang und neuen Technologien wie dem Autonomen Fahren werde dies auch in der modernen Landwirtschaft und bei smarten Industrielösungen gebraucht, das heißt, wenn Maschinen in Produktions- und Logistikketten digital vernetzt werden sollen.

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