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Einige Wikipedia-Macher treffen sich ab dem 30. Oktober im Schweriner Schloss, um die beliebte Online-Enzyklopädie zu optimieren und zu erweitern.
Einige Wikipedia-Macher treffen sich ab dem 30. Oktober im Schweriner Schloss, um die beliebte Online-Enzyklopädie zu optimieren und zu erweitern.
Jens Büttner

Für viele ist es der Inbegriff von leicht zugänglichen Informationen: Wikipedia. Doch damit das Online-Nachschlagewerk mit genau diesen bestückt wird, bedarf es tausender Freiwillige. Bei einem Barcamp in Schwerin wollen sich einige von ihnen nun miteinander austauschen.

Wikipedia, das sind 1,9 Millionen deutschsprachige Einträge und knapp 19 000 aktive Benutzer. 2001 gegründet, gehört die Enzyklopädie zu den meistgenutzten Online-Lexika der Welt. Es gibt das digitale Nachschlagewerk in etlichen Sprachen, zum Beispiel auch auf Plattdeutsch oder Alemannisch.

Hinter Wikipedia steht eine riesiges Netzwerk aus ehrenamtlichen Benutzern, die Einträge verfassen, bearbeiten oder Projekte organisieren. Etwa 50 von ihnen treffen sich vom 30. Oktober bis zum 1. November im Schweriner Schloss, beim sogenannten WikiDACH-Barcamp. "Ein Barcamp ist eine Unkonferenz. Das heißt ein Treffen von Interessierten, das keinem vorgefertigten Programm folgt, sondern wo sich jeder einbringen kann", erklärt Robert Radke, einer der Organisatoren. 

Der gemeine Wikipedianer sei männlich, zwischen 30 und 40 Jahren alt und habe einen Hochschulabschluss, sagt Barcamp-Mitorganisator Sebastian Wallroth. Er gehört zu den Mitbegründern der deutschsprachigen Wikipedia. Für ihn ist das Projekt sein liebstes Hobby: "Ich kann klugscheißen und mir gleichzeitig Wissen einholen." Seine anfängliche Euphorie für diese riesige, digitale Wissensansammlung sei nach wie vor ungebrochen. "Es machen viele Leute mit und noch mehr Leute lesen die Artikel", sagt der hauptberufliche Internetprojektmanager. Stetig schlimm sei allerdings der Vandalismus: Einige Störenfriede, genannt Trolle, versuchten, Einträge zu manipulieren.

Das kann auch Robert Radke bestätigen. Wikipedia sei außerdem "mühevolle Handarbeit". Dass die Artikel ihre Qualität und vor allem die gebotene Neutralität bewahren, sei ein "dauernder Kampf". Barcamp-Teilnehmer Olaf Kosinsky stellt daher auch klar, dass Wikipedia nie allein stehen dürfe, sondern lediglich als Einstieg in ein Thema dienen könne. "Grundsätzlich ist die Qualität der Texte ganz gut, aber ich würde mich trotzdem nicht allein darauf verlassen."