GRÖßTES BÄRENGEHEGE EUROPAS

Wo sich ein alter Zoobär gemütlich zur Ruhe setzt

Sie alle haben ein hartes Leben hinter sich. Jetzt genießen 19 Bären in einem Wald bei Müritz eine Art betreutes Wohnen. Und sie können das Gebrüll eines Tatort-Kommissar hören.
dpa
Einen Problembär Bruno gibt es am Plauer See nicht. Dort leben die Raubtiere friedlich im Bärenwald bei Stuer.
Einen Problembär Bruno gibt es am Plauer See nicht. Dort leben die Raubtiere friedlich im Bärenwald bei Stuer. Wolfgang Runge
Stuer.

Es ist ein idyllisches Fleckchen Erde an der Mecklenburgischen Seenplatte: 16 Hektar Wald mit Wiesen und einem kleinen Bach mittendrin. Nur eines wirkt befremdlich: Die Fußwege links und rechts werden von Meter hohen stabilen Eisenzäunen und zusätzlich elektrischen Weidezäunen flankiert.

Das Areal bei Stuer am Plauer See ist eines der größten Bärengehege Europas und wird von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten (Hamburg) betreut. 19 Bären im Alter von elf bis 33 Jahren haben dort ein Zuhause gefunden. „Es ist ein perfekter Altersruhesitz für Braunbären, wie betreutes Wohnen für Tiere“, sagt Cheftierpflegerin Sabine Steinmeier.

Die Tiere wurden alle in Gefangenschaft geboren. Tierschützer holten sie nach Stuer, weil sie unter schlechten Bedingungen in engen Zirkuswagen, kleinen Zoos oder privaten Tiergehegen lebten, erzählt Steinmeier. In einigen Fällen hatte Aktivisten von Vier Pfoten auch Bären befreit und erhielten dafür Unterstützung Tierschützern wie Mitglieder der Deutschen Wildtierstiftung in Hamburg.

Schauspieler Andreas Hoppe ist Bärenbotschafter

Um den Bärenwald bei Stuer zu unterstützen, kommen auch Schauspieler und füttern die Bären. Andreas Hoppe, bekannt als Ludwigshafener Tatort-Kommissar Mario Kopper, hat bereits seine Hilfe als „Bärenbotschafter“ zugesagt. Er wolle auch brüllen wie ein Bär.

In der „Bären-Residenz“ finden die Tiere einen Lebensraum, der ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Jeder Bär hat theoretisch eine Fläche so groß wie ein Fußballplatz. Optimale Voraussetzungen für „Meister Petz“, sein natürliches Verhalten wieder zu entdecken und auszuleben, sich den eigenen Tagesablauf zu schaffen. Wie in freier Wildbahn verbringen die Tiere den Großteil des Tages mit Suche nach Nahrung, erläutert Steinmeier. Dazu gehöre auch, dass sich Bären selbst Höhlen für den Winterschlaf bauen.

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