Abstimmung im Bundestag
Wölfe abschießen? Lieber noch mal drüber reden ...

Die Hauptforderung der FDP nach der Aufnahme des Wolfes als jagbare Tierart in das Bundesjagdgesetz fand wenig Anklang.
Die Hauptforderung der FDP nach der Aufnahme des Wolfes als jagbare Tierart in das Bundesjagdgesetz fand wenig Anklang.
Carsten Rehder

Der Bundestag hat sich mit einer deutlichen Mehrheit gegen die Aufnahme des Wolfes ins deutsche Bundesjagdgesetz ausgesprochen. Jetzt geraten vor allem die Abgeordneten der CDU in MV in die Kritik.

Jäger in Deutschland dürfen auch künftig keine Wölfe schießen. Einen entsprechenden Antrag der FDP lehnte der Bundestag am Donnerstag mit 490 zu 149 Stimmen bei zwei Enthaltungen ab. Der Abstimmung war eine hitzige Debatte vorausgegangen, in der sich Vertreter von Regierung und Opposition gegenseitig angriffen. In dem Antrag forderten die Liberalen größtenteils konsensfähige Maßnahmen, darunter einheitliche Standards für ein bundesweites Wolfsmanagement und zusätzliches Geld für die Schadensprävention und Wolfsgeschädigte bereitzustellen.

Die Hauptforderung der FDP nach der Aufnahme des Wolfes als jagbare Tierart in das Bundesjagdgesetz fand jedoch wenig Anklang, insbesondere nicht bei SPD, Linken und Grünen. Sie warfen der FDP zudem Populismus vor: „Sie machen gemeinsame Sache mit den Hetzern der AfD. Dafür sollten sie sich schämen“, sagte etwa der bayrische SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Träger.

Denn parallel zur FDP reichte auch die AfD einen Antrag ein, demzufolge der Wolf zur Jagd freizugeben sei, wenn spezifische regionale Obergrenzen erreicht seien: „Eine bürokratische Einzelfallprüfung soll bei Überschreitung dieser Obergrenzen entfallen“, heißt es in dem Antrag. Die FDP MV zeigte sich insbesondere über das Abstimmungsverhalten der CDU enttäuscht. „Noch vor Monaten betonten die CDU-Abgeordneten aus MV, dass der Wolf endlich ins Jagdrecht aufgenommen werden müsse“, sagte der Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold dem Nordkurier.

CDU hatte Wolfsantrag nicht wegen Inhalten abgelehnt

Doch bei der Abstimmung sei „auf wundersame Weise aus großen Tönen ein klägliches Bekenntnis“ gegen den Wolfs-Antrag geworden. Die Abgeordneten der CDU aus Mecklenburg-Vorpommern stimmten in der Tat gegen den FDP-Antrag – aber nicht, weil er inhaltlich von der Vorstellung der CDU abweiche, sondern „weil er undifferenziert ist und uns nicht weit genug geht“, sagte der Abgeordnete Dietrich Monstadt dem Nordkurier.

Die CDU hatte im Juni 2018 einen eigenen Antrag zum Umgang mit dem Wolf in den Bundestag eingebracht, derzeit arbeite man an Umsetzung dieses Antrages, so der Vorsitzende der MV-Landesgruppe der CDU im Bundestag, Eckhard Rehberg.

Doch die Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner SPD gestaltet sich diesbezüglich anscheinend schwierig. „Die SPD blockiert das Vorankommen“, sagte der Ueckermünder CDU-Mann Philipp Amthor dem Nordkurier.

Wie es nun weitergeht, ist offen. Denn ohne eine Lockerung des Schutzstatus des Wolfes in der sogenannten Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU ließe sich das Jagdgesetz ohnehin nicht ändern. Aufgrund der Europawahlen im Mai ist eine solche Änderung in der ersten Jahreshälfte 2019 aber sehr unwahrscheinlich.

Kommentare (3)

Solch politische Arbeitsverweigerung "freut" jeden, der mit Nutztieren zu tun hat. Nicht zu vergessen diejenigen, wo Wölfe durch Dörfer laufen. Hat sich die CDU wenigstens dazu geäußert, wann ihr eigener Antrag zur Vorlage reif wird? Durch intensiveres Beobachten vielleicht 2039?

- das ist Politik welche spaltet - nicht gut fuer D - man findet die Resultate seit Jahren im taeglichen Alltag und der Steuerzahler darf zahlen - keine klare Linie - schaltet das Licht aus ist besser

Seit wann haben Politiker Ahnung von Wölfen? Da sie selber de Wolf im Schafspelz sind glauben sie noch an die Mär vom Rotkäppchen. Es ist nur eine Frage der Zeit wann das erste Tier vor deren Tür steht und nach Kindern begehrt...