Backhaus verteidigt Schutz des Tieres

Wölfe dürfen nicht auf Abschussliste

Der erste Wolfsnachwuchs im Nordosten hat die Debatte zum Umgang mit dem Raubtier neu entfacht. Die CDU fordert, den Wolf unter das allgemeine Jagdrecht zu stellen. Wie denken Sie darüber?
dpa
Die CDU fordert klare Bestandsbeschränkungen für Wölfe und will dafür auch deren Abschuss legalisieren.
Die CDU fordert klare Bestandsbeschränkungen für Wölfe und will dafür auch deren Abschuss legalisieren. Patrick Pleul
Schwerin

Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) hat die Forderung von Koalitionspartner CDU nach Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht als unseriös zurückgewiesen. Die Tierart sei auf vielfältige Weise gesetzlich streng geschützt. „Das heißt, wer den Wolf ohne Genehmigung bejagt, verstößt gegen internationales-, europäisches-, Bundes- und Landesrecht. Dies sollte jedem klar sein. Daher ist eine Aufnahme ins Jagdrecht auch kein seriöser Vorschlag", erklärte Backhaus am Mittwoch in Schwerin. Seinen Angaben zufolge ist nur „im begründeten Einzelfall" der Abschuss eines Wolfes zulässig. Den Wolf generell in das Jagdrecht aufzunehmen, bürde dem Jagdverband zudem erhebliche finanzielle und organisatorische Zusatzlasten auf.

Backhaus reagierte auf einen Vorstoß der CDU-Landtagsabgeordneten Beate Schlupp, die im Interesse der Tierhalter Bestandsregulierungen auch durch Bejagung des Wolfes gefordert hatte. Jüngste Meldungen über den ersten Wolfsnachwuchs im Nordosten hätten bei Landwirten „nicht gerade Jubelstürme" ausgelöst, sagte Schlupp unter Hinweis auf frühere Angriffe von Wölfen auf Schafherden. Am Montag war anhand von Bildern aus einer Fotofalle der Nachweis erbracht worden, dass ein Wolfspaar in der Lübtheener Heide fünf Welpen hat.

Regierung zahlt für mögliche Schäden

Die Landesregierung habe in dem 2010 veröffentlichten Managementplan für den Wolf und weiteren Richtlinien Hilfen für betroffene Halter verankert, betonte Backhaus. Schäden an Haus- und Nutztieren könnten vom Land „bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben" ausgeglichen werden. Der Kauf besonderer Schutzzäune oder von Hütehunden werde mit bis zu 75 Prozent bezuschusst.

Die umweltpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Mignon Schwenke, warnte vor einer Überzeichnung der Gefahren durch die Rückkehr der Wölfe. „Ich freue mich über den Zuwachs an Artenvielfalt, die MV für viele so attraktiv macht. Der Wolf gehört nach wie vor zu den international am strengsten geschützten Arten. Und dabei soll es bleiben", betonte Schwenke. Das Neben- und Miteinander zwischen Mensch und Tier in der modernen Kulturlandschaft müsse möglich bleiben. „Die Mär vom bösen Wolf entspricht schlicht nicht der Realität", erklärte Schwenke.

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Kommentare (8)

Für alle, die es interessiert, wieviele Haustiere bzw. Menschen in Deutschland durch Jäger und deren Waffen zu schaden kommen, hier die Statistik von 2013:
http://www.peta.de/jagdunfaelle#.U9oGsEiXIyI
(incl. der Morde von Jägern an ihren Ehefrauen...)

Wenn man schon die recht zwielichtige Organisation Peta bemüht:
http://www.petaermordettiere.de
Hans Schommer

Was für ein Nutzen bringt uns der übertriebene Umwelt/Tierschutz? Nach meiner Meinung nur Kosten. So werden ganze Bauvorhaben gestoppt,nur weil eine geschütztes Tier sich dort aufhält. In der heutigen Zeit,muss der Wolf,Bieber und andere Tierarten auch dem Jagdrecht unterworfen werden. Zum Schluss müssen die Menschen noch aus diesen Gebieten umziehen,damit die Tiere dort leben können. In Deutschland ist es bereits soweit,dass die Tiere Vorrang vor der Menschheit haben und das muss verhindert werden.

...Sie, lieber Herr Schubert, doch an den Tag legen!
Bei allem Respekt, bitte überdenken Sie Ihre Einstellungen zu Mutter Natur dringend.
Diese Erde gehört NICHT uns!

Werter EM...
Irrtum - diese Erde gehört uns. In dem Sine, dass sie uns anvertraut ist.
Hans Schommer
Hohenbollentin

Die CDU sollte unter das Jagdrecht gestellt werden! Woher nimmt der Mensch die Legitimation über andere Lebewesen zu richten? Und es gibt Menschen die sich fragen, warum die Welt vor die Hunde geht. Wir sind auch "nur" (dumme) Tiere.

Wer Angst vor Wölfen hat und ihren Abschuss fordert, sollte auch über andere Dinge nachdenken. Warum ist der Wolf europaweit geschützt? Wie leben andere, weitaus ärmere Länder mit Wildtieren, beispielsweise Wölfen, in ihrer Umgebung zusammen? Müsste ich bei einem Spaziergang in Wald und Flur nicht eher Respekt (oder Angst?) vor angefütterten oder angeschossenen Wildschweinen haben? Oder Honigbienen, die ja ziemlich viele Todesfälle in Deutschland verursachen.

Unsere Fauna braucht den Wolf nicht - das sollte wohl unstrittig sein. Ob die Kulturlandschaft den Wolf verträgt, bleibt abzuwarten. Ich denke, es wäre clever, allen Eventualitäten vorzubeugen, in dem man den Wolf in das Jagdrecht aufnimmt. Somit wäre zumindest eine rechtskonforme Bestandsregulierung möglich, Dass der offensichtlich einer Gehirnwäsche unterzogene Minister Backhaus da nicht durchsieht - wen wunderts. Er gehört m.E. wegen des offensichtlichen Burnouts abgelöst.
Hans Schommer
Hohenbollentin