NAHE DER STADTGRENZE

Wolf bei Rostock überfahren

Direkt vor den Toren Rostocks hat ein Fahrzeug am Mittwoch einen Wolf erfasst und getötet. Das Jungtier war für sein Alter sehr groß.
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Stefan Tretropp Stefan Tretropp
In der Nähe von Rostock wurde ein Wolf überfahren.
In der Nähe von Rostock wurde ein Wolf überfahren. Stefan Tretropp
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Rostock.

Wie die Polizei auf Anfrage bestätigte, ist auf der Landesstraße 132 zwischen Niendorf und Buchholz wenige Kilometer südlich von Rostock am Mittwochabend ein Wolf überfahren worden. Der Vorfall sei um 19.08 Uhr gemeldet worden, hieß es am Mittwochabend aus dem Polizeipräsidium Rostock auf Nordkurier-Anfrage.

Mit einer Länge von 1,50 Meter und 65 Zentimetern Höhe war der Wolf für sein Alter sehr groß, hieß es von Experten am Unfallort. Neben einem Jäger waren auch Gerhard Kusch, Vorsitzender des Kreisjagdverbandes, und Thorsten Manthey, ehrenamtlicher Wolfsbeauftragter, am Unfallort und begutachteten den Kadaver. Das tote Tier soll jetzt in Berlin beim Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung genauer untersucht werden.

Anhand der DNA könne festgestellt werden, ob der Wolf zu einem hiesigen Rudel gehört oder von weit außerhalb kommt. Eine Anwohnerin aus Niendorf berichtete, einen Wolf noch am Morgen im Ort gesehen zu haben. Weiter schilderte sie, dass erst am Montag im nahen Bernitt ebenfalls ein Wolf gesichtet worden war. Ob es sich um ein und dasselbe Tier handelt, ist unklar.

Mehrere Wölfe in MV überfahren

Wölfe sind in der Region in den vergangenen Monaten öfter überfahren worden, etwa im März auf der A20 bei Greifswald, sowie Ende Dezember 2018 bei Vellahn und im Oktober 2018 kurz vor Usedom. Bei letzterem Vorfall stellte sich im Nachhinein heraus, dass das Tier vor seinem Tod beschossen worden war.

Die Zunahme der Wolfspopulation in den vergangenen Jahren und insbesondere die Abnahme seines Abstands zu großen Siedlungen ist seit Monaten ein heiß diskutiertes Thema in Mecklenburg-Vorpommern.

Seit einigen Wochen engagiert sich das Land auch im Bundesrat für eine Lockerung des Wolfsschutzes. Problematische Tiere sollen so in naher Zukunft leichter abgeschossen werden dürfen.

Artikel wurde aktualisiert.

 
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Kommentare (1)

O Gott ,oh Gott wie schlimm.