USEDOM, RÜGEN, ZINGST

Was in den Tauchgondeln an der Ostsee wirklich passiert

Youtuber Tom Scott fuhr mit einer Tauchgondel auf den Boden der Ostsee und sah vor allem nichts. Warum er trotzdem beeindruckt war, zeigt er in seinem Video.
Tom Scott in seinem Video "The diving gondola: a strange elevator to the ocean floor" mit der Tauchglocke am Ostseebad Grömitz.
Tom Scott in seinem Video "The diving gondola: a strange elevator to the ocean floor" mit der Tauchglocke am Ostseebad Grömitz. Tom Scott/YouTube
Zinnowitz ·

Sie sehen aus, als wären sie irgendeine irre Erfindung aus der Zeit der Industriellen Revolution im 19. Jahrhundert: die Tauchgondeln an den Seebrücken verschiedener Ostseebäder. Das war zumindest der erste Eindruck, den der britische YouTuber Tom Scott hatte, als er die Tauchgondeln sah: „Some overcomplicated steam-powered thing wich entertain rich bismarck-era royalty for a few years.” Komplizierte dampfbetriebene Dinger, die für einige Jahre reiche Monarchen aus der Bismark-Ära unterhalten hatten. Und irgendwie nach Steampunk sehen die Dinger ja tatsächlich auch aus.

700.000 Zuschauer innerhalb eines Tages

Dabei sind die Geräte deutlich moderner und dienen einzig der Unterhaltung ganz normaler Ostseeurlauber. Die erste Tauchgondel wurde 2006 an der Seebrücke Zinnowitz auf Usedom eröffnet, es folgten weitere Bauten in Sellin auf Rügen, Zingst auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst und Grömitz in Ostholstein. Letzte stellt Scott nun in seinem neusten Video vor, das nach nicht ganz einem Tag schon mehr als 700.000 Zuschauer gesehen haben.

Scott beschäftigt sich häufig mit naturwissenschaftlichen Themen und so geht es in diesem kurzen Video auch vor allem um die technischen Raffinessen der Gondel. Sie kann innerhalb von zwei Sekunden wieder auftauchen, wenn es einen Notfall geben sollte, wie ein Gondel-Mitarbeiter erklärt. Trockenen Fußes und ohne Ausrüstung auf einen Tauchgang gehen können, das ist das Versprechen ihres Erfinders Andreas Wulff. Das Unternehmen plane derzeit weitere Gondeln auf Malta oder in der Türkei.

In der Ostsee gibt es nicht viel zu sehen

Und am Mittelmeer bereiten die Tauchgänge womöglich auch mehr Spaß: Denn die Ostsee ist meist eher trübe und das wird gerade am Fuße der Seebrücken nicht besser. Besonders tief und klar ist es da nicht, stellt Scott fest. Kristallklares Wasser wie in der Karibik sollten Besucher also nicht erwarten, besonders wenn die Wellen den Sand aufwirbeln.

Durch das sechs Zentimeter dicke Sicherheitsglas bekommen Besucher vor allem Flundern oder Quallen zu sehen, die zufällig vorbeischwimmen. Weil das auch die Betreiber wissen, werden unter Wasser dann 3D-Filme abgespielt, die den Besuchern zeigen, was sie gerade nicht sehen können.

Technikfan Scott schien trotzdem beeindruckt von der Konstruktion und der Erfahrung des Tauchgangs damit zu sein. Beruhigend sei es dann auch, wieder an die Oberfläche ins Sonnenlicht zu treten. Sein Fazit: „Because in the end, it's not about the fish. It's about the experience.”

„Sounding like a true fishless fisherman”, merkt da jemand in den Kommentaren süffisant an.

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