WENIGER ASYLBEWERBER

Zahl der Asylanträge in Mecklenburg-Vorpommern 2018 gesunken

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der Asylanträge im Jahr 2018 gesunken – und zwar viel stärker, als in ganz Deutschland. Die meisten Asylbewerber kamen aus Syrien, Afghanistan und Iran.
dpa
In Mecklenburg-Vorpommern haben im Jahr 2018 weniger Menschen Asyl beantragt (Symbolbild).
In Mecklenburg-Vorpommern haben im Jahr 2018 weniger Menschen Asyl beantragt (Symbolbild). Patrick Pleul
Schwerin.

Die Zahl der Asylanträge ist im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern viel stärker zurückgegangen als in ganz Deutschland. Wie das Innenministerium in Schwerin am Montag auf Anfrage mitteilte, beantragten im Jahr 2018 insgesamt 3278 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern Asyl. Das waren knapp 1100 und damit ein Viertel weniger als im Jahr davor. Die meisten Asylbewerber kamen erneut aus Syrien, Afghanistan und Iran.

Bundesweit wurden im Vorjahr 185.853 Asylanträge gestellt. Das sind 16,5 Prozent weniger als im Jahr 2017. Bei der Zählung sind Folgeanträge mitgerechnet. Im Nordosten waren es 450. Im Jahr 2016 hatten in Mecklenburg-Vorpommern noch 7638 Menschen Asyl beantragt.

23.500 Abschiebungen und Rücküberstellungen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte bei der Vorlage des Migrationsberichts in der Vorwoche in Berlin betont, dass die Asyl-Zuwanderung 2018 deutlich unterhalb des von der großen Koalition festgelegten „Korridors” von 180.000 bis 220.000 Menschen lag. Berücksichtigt man die rund 23.500 Abschiebungen und Rücküberstellungen an andere europäische Staaten und die freiwillige Rückkehr von 16.000 Asylbewerbern, ergibt sich für 2018 netto eine Asyl-Zuwanderung von rund 165.000 Menschen.

Den Angaben zufolge lehnte das Bundesamt für Migration im vergangenen Jahr knapp 35 Prozent aller Asylanträge ab. Anderweitig erledigten sich rund 30 Prozent der Anträge: etwa durch eine Zuweisung in ein anderes europäisches Land nach dem sogenannten Dublin-Verfahren oder weil der Antrag zurückgezogen wurde. Nach den Dublin-Regeln ist normalerweise der EU-Staat für Asylanträge zuständig, dessen Boden Schutzsuchende zuerst in Europa betreten haben.

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