KRIMINALITÄTSSTATISTIK

Zahl der Sexualdelikte in MV steigt massiv an

Während die Zahl der Straftaten insgesamt immer weiter fällt, gibt es erneut mehr Sexualstraftaten in Mecklenburg-Vorpommern. Dafür gibt es eine einfache Erklärung.
Carsten Korfmacher Carsten Korfmacher
Ein Screenshot einer Login-Seite der Kinderpornografie-Plattform „Elysium”.
Ein Screenshot einer Login-Seite der Kinderpornografie-Plattform „Elysium”. Arne Dedert
Schwerin.

Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr um mehr als ein Drittel angestiegen. Dies geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2018 hervor, die Innenminister Lorenz Caffier am Dienstag in Schwerin vorstellte. Die Gesamtzahl der Straftaten ist im Verhältnis zu 2017 im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent gefallen, insgesamt wurden 108.665 Delikte erfasst.

Die Zahl der Straftaten gegen das Leben – versuchte und ausgeführte Morde und Totschläge – sank um rund zehn Prozent: 2018 wurden insgesamt 50 Fälle registriert, 5 weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote stieg auf 92 Prozent, die 5 Morddelikte in MV wurden allesamt aufgeklärt. Zudem sank die Zahl der Wohnungseinbrüche laut Innenminister Caffier auf den niedrigsten Stand seit den 1990er Jahren.

Anstieg geht auf einen großen Fall zurück

Stark angestiegen ist die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Sie bilden mit einem Anteil von 1,3 Prozent an der Gesamtkriminalität die zweitkleinste Gruppe der Hauptstraftaten in der Statistik. Insgesamt wurden 1.455 Fälle registriert, das sind 369 mehr als im Vorjahr – ein massives Plus von 34 Prozent. Nach Angaben des Innenministeriums habe sich die im November 2016 in Kraft getretene Reform des Sexualstrafrechts auf das Anzeigeverhalten ausgewirkt – heute werden mehr Sexualdelikte angezeigt als in den Vorjahren. Zudem seien Delikte, die jetzt als sexuelle Belästigung erfasst werden, früher nicht zu den Sexualstraftaten gezählt worden.

Hauptgrund für die starke Erhöhung der Anzahl sei aber ein Anstieg der Verbreitung von Kinderpornografie um 188 Fälle auf insgesamt 405. Im Vorjahr lag die Zahl bei lediglich 217. Hier geht es im Wesentlichen um ein Großverfahren: Das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern machte im Dezember 2018 nach monatelangen Ermittlungen den Betreiber einer Kinderpornografie-Plattform im Darknet ausfindig. „Wir müssen alles dafür tun, den perfiden Geschäften von Kinderpornografie entschieden und mit allen Mitteln ein Ende zu bereiten”, sagte Innenminister Lorenz Caffier am Dienstag.

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