FEUERWEHR IM DAUERSTRESS

Zahlreiche Ackerbrände in MV und der Uckermark

Die Ernte läuft auf Hochtouren, die Trockenheit hält an. Dadurch kommt es in Mecklenburg-Vorpommern und der Uckermark derzeit zu etlichen Ackerbränden. Die Feuerwehr ist gefordert.
Matthias Stiel Matthias Stiel
Aufgrund von extremer Trockenheit, kommt es derzeit vermehrt zu Bränden von Ackerflächen.
Aufgrund von extremer Trockenheit, kommt es derzeit vermehrt zu Bränden von Ackerflächen. Nordkurier
Zum Brand auf einer Fläche bei Schmarsow/Ausbau rückten Kameraden der Wehren aus Pasewalk (Foto), Damerow, Woddow und Brüssow an. Ein Teil der 33 Hektar großen Gerstenfläche wurde Opfer der Flammen.  Foto: Rainer Marten
Zum Brand auf einer Fläche bei Schmarsow/Ausbau rückten Kameraden der Wehren aus Pasewalk (Foto), Damerow, Woddow und Brüssow an. Rainer Marten
Schwerin.

In den vergangenen Tagen wurde die Feuerwehr zu zahlreichen Brände auf Feldern in Mecklenburg-Vorpommern und der Uckermark gerufen. Dies zeigt, die Warnungen des Landwirtschaftsministerium, dass aufgrund der extremen Trockenheit eine erhöhten Brandgefahr besteht, kommt nicht von ungefähr.

Immer wieder stehen hektarweise Äcker in Flammen. Denn es ist in diesen Tagen eine einfache, aber zerstörerische Rechnung: Hitze plus Trockenheit, Steinschlag und Wind ergibt Feuer!

Am Samstag gegen 12.50 Uhr war ein Getreidefeld bei Penkun in Brand geraten. Als Brandursache wird ein Funkenschlag während der Mäharbeiten vermutetet. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Penkun, Sommersdorf und Wollin löschten mit insgesamt 27 Kameraden das Feuer. Es verbrannten etwa zwei Hektar Getreide im Wert von 2000 Euro.

Ein Mähdrescher geriet bei Küsserow während der Getreideernte in Brand. Zum Glück reagierte der Fahrer sofort, nachdem ihn ein Lkw-Fahrer auf das Feuer aufmerksam gemacht hatte.

Brände rund um Rostock

Am Samstag kam es im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock zu mehreren Bränden auf Ackerflächen. Hierbei entstand ein Gesamtschaden von mehr als 100.000 Euro.

So entzündete sich gegen 14 Uhr während der Drescharbeiten das Getreide auf einem Feld zwischen Mestlin und Ruester Krug. Vermutlich durch einen Steinschlag eines Mähdreschers kam es hier zu einem Funkenflug. Bis zum Eintreffen der Freiwilligen Feuerwehren aus Grebbin, Lenschow, Zölkow, Mestlin und Sternberg vernichteten die Flammen auf etwa 50 Hektar das Saatgut. Es entstand ein Sachschaden von mehreren zehntausend Euro.

Etwa dreißig Minuten später bemerkten Polizisten des Autobahnpolizeireviers Metelsdorf einen Brand der Ackerfläche nahe Hohen Wendelstorf (bei Gadebusch). Da durch das Feuer auch sehr viel Rauch entstand, musste eine Landesstraße für etwa 45 Minuten voll gesperrt werden.

Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren aus der Region hatten danach die Flammen unter Kontrolle. Trotzdem vernichtete der Brand die Gerstenpflanzen auf einer Fläche von etwa fünf Hektar. Ursache für das Feuer war wohl ein Defekt am Mähdrescher. Es entstand ein Sachschaden von etwa zehntausend Euro.

15 Hektar Acker in Flammen

Gegen 15.45 Uhr kam es auf einer Ackerfläche zwischen den Ortschaften Neu Benthen, Grambow und Mühlenhof zu einem Großbrand. Ein Mähdrescher verursachte Funken, die gemähte Wintergerste entzündete sich. Das Feuer breitete sich rasend schnell auf einer Fläche von etwa 15 Hektar Acker und einem Hektar angrenzenden Wald aus.

Die Polizei Plau und die Kameraden der Feuerwehren Parchim, Lübz, Goldberg, Passow, Werder sowie Herzberg kamen mit mehreren Löschgruppen zum Einsatz.

Bei Erntearbeiten auf einem Getreideschlag bei Küsserow (Landkreis Rostock) kam es am späten Samstagnachmittag zum Brand eines Mähdreschers. Der Fahrer verließ den Getreideschlag, so dass ein Übergreifen des Feuers auf das Getreide verhinderte wurde. Das Feuer konnte gelöscht werden, bevor ein hoher Sachschaden am Mähdrescher entstand. Die Maschine blieb für weitere Erntearbeiten einsatzbereit.

Brand an der B105

Überdies kam es im Rostocker Stadtteil Dierkow gegen 14.45 Uhr zu einem Flächenbrand. Auf etwa 150 Quadratmeter Grünfläche vernichteten die Flammen den Grasbewuchs an der B105. Die Kameraden der Rostocker Berufsfeuerwehr löschten das Feuer und verhinderten so die weitere Ausbreitung des Feuers.

Gegen 18 Uhr wurde ein erneuter Feldbrand nahe der Ortschaft Mühlenhof, hier in Augzin, bekannt. Eine Rauchwolke sei bereits in der Ortschaft Lalchow zu erkennen. Etwa zwei Hektar Stroh verbrannten wegen eines Funkenflugs beim Dreschen. Sachschaden: Etwa 200 Euro.

Am Samstag kurz nach 18 Uhr rückte die Feuerwehr in Schwerin/Lankow aus. Im Neumühler Weg entzündeten sich etwa 30 Quadratmeter Wildwiese. Der Brand konnte schnell unter Kontrolle gebracht werden.

Brände bei Greifswald und Pasewalk

Bereits am Mittwoch und Donnerstag waren zwei Brände bei Greifswald ausgebrochen. In der Gegend um Pasewalk (Brietzig und Zerrenthin) standen außerdem 20 Hektar in Flammen.

Auf einem Getreidefeld in der Nähe von Groß Sperrenwalde (Nordwestuckermark) brach am Mittwochnachmittag ebenfalls ein Feuer aus. Durch die Umsicht des Landwirtes konnte Schlimmeres verhindert werden.

61 Feuerwehrleute vor Ort

Am Freitagmittag rückten zahlreiche Feuerwehren nach Lubahn in Schmarsow/Ausbau aus. 61 Kameraden aus den Feuerwehren Rollwitz, Damerow, Pasewalk, Brüssow, Göritz, Menkin, Klockow und Wallmow waren vor Ort. Trotzdem wurde ein Teil der 33 Hektar großen Fläche Opfer der Flammen, darunter ausgedroschenes Stroh und noch auf dem Halm stehende Wintergerste.

Die Ursache des Brandes kann vorerst nur vermutet werden. Die Eigentümer gehen aber von Steinschlag und Funkenflug aus.

Technischer Defekt am Mähdrescher

Etwa zur gleichen Zeit brannte ein Feld nahe der Ortschaft Friedrichshof. Acht Hektar Wintergerste waren bei Mäharbeiten in Brand geraten. Der entstandene Sachschaden wird auf etwa 8.000 Euro geschätzt. Ursache für das Feuer war hier vermutlich ein technischer Defekt am Mähdrescher während der Ernte.

Die Feuerwehr rückte auch zu einem großen Ackerbrand bei Altentreptow aus. Während der Löscharbeiten loderten die Flammen immer wieder auf. Erst gegen 17 Uhr schien der Brand unter Kontrolle.

Bei Krien standen am Freitag rund zehn Hektar Wintergerste in Flammen. Es soll nur ein kleiner Funke gewesen sein, der die Gerste in Brand setzte. Ursache für das Feuer war auch hier vermutlich ein technischer Defekt am Mähdrescher während der Ernte. Die Einsatzkräfte waren mit acht Fahrzeugen und 20 Kameraden vor Ort. Sachschaden: 15.000 Euro.

Ein Feueralarm hat am Freitagabend auch die Helfer der Prenzlauer Feuerwehr aus dem Feierabend gerissen. In der kleinen Heide brannte es auf einem Feld.

Wetteraussichten: Keine Entspannung in Sicht

Die Landwirte müssen sich auch in den kommenden Tagen auf diese Situation einstellen. Laut Wetterbericht soll es noch wärmer werden, ohne Niederschläge.

Aufgrund der Witterung hat sich die Waldbrandgefahr in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt auf hohem Niveau eingepegelt. Für den Landkreis Vorpommern-Greifswald etwa gilt die Stufe 3 und damit „hohe Waldbrandgefahr“.

Dieser Artikel wurde mehrfach aktualisiert.

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