POLIZEI

Zeugen berichten von Hetzjagd auf Ausländer in Stralsund

Mit Verstärkung aus Greifswald und Grimmen rückte die Polizei in Stralsund aus, weil „Deutsche mehrere Ausländer durch die Straßen hetzen würden”. Anzeigen wurden dann aber gegen beide Gruppen gestellt.
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Streit, Steinwürfe, Verfolgung: Was ist am Wochenende in Stralsund tatsächlich passiert? Die Ermittlungen der Polize
Streit, Steinwürfe, Verfolgung: Was ist am Wochenende in Stralsund tatsächlich passiert? Die Ermittlungen der Polizei stehen noch am Anfang. Nordkurier
Stralsund.

Am frühen Sonntagmorgen gegen 04:30 Uhr riefen Zeugen die Polizei, weil in der Stralsunder Ossenreyerstraße „Deutsche mehrere Ausländer durch die Straßen hetzen würden”.

Die Besatzung eines Streifenwagens fand vor Ort insgesamt vier Zeugen. Sie sagten, fünf Deutsche hätten drei afrikanisch aussehende Männer verfolgt und dabei auch ausländerfeindliche Parolen gerufen. Es sei zu Steinwürfen von beiden Seiten gekommen. Die Afrikaner seien schließlich mit einem Auto geflüchtet.

Tatverdächtige gefunden

Die Polizei fand durch weitere Befragungen heraus, wo sich die Tatverdächtigen aufhielten. Mehrere Einsatzfahrzeuge, auch aus Greifswald und Grimmen, fuhren in die Heilgeiststraße. Hier fanden die Beamten sieben Personen. Auf zwei der Männer trafen die Beschreibungen der Zeugen zu.

Die Polizei stellte die Identität der Männer fest und führte eine freiwillige Atemalkoholkontrolle durch. Die Männer äußerten sich nicht zu den Vorwürfen. Danach durften sie wieder gehen.

Ein weiterer Zeuge, der zu keiner der beiden Gruppen gehörte, gab in der Heilgeiststraße an, dass drei ausländische Personen eine Gruppe Männer „bepöbelt” hätte und daraufhin durch diese verfolgt wurden. Er bestätigte auch das wechselseitige Werfen von Steinen.

Tunesier befragt

Die Beamten fanden außerdem einen der Geschädigten. Der 22-jährige Tunesier machte aufgrund sprachlicher Schwierigkeiten nur sehr grobe Angaben zum Sachverhalt. Demnach sei es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen in deren Folge die deutschen Tatverdächtigen die Zuwanderer aus einer Gruppe heraus eingeschüchtert hätten. Diese seien schließlich geflüchtet. Niemand sei verletzt worden. Wer die beiden anderen Geschädigten sind, ist noch nicht bekannt.

Die Polizei erstattete Anzeigen wegen des Versuchs der wechselseitigen gefährlichen Körperverletzung. Der Staatsschutz der Kripo Anklam hat die Ermittlungen aufgenommen. Alle Beteiligten müssen noch – auch unter Zuhilfenahme eines Dolmetschers – vernommen werden. So soll der Vorfall detailliert aufgeklärt werden.

Weitere Zeugen werden gebeten, sich an die Einsatzleitstelle Neubrandenburg (Telefon 0395/5582-2224), die Internetwache der Landespolizei M-V (www.polizei.mvnet.de) oder jede andere Polizeidienststelle zu wenden.

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