ERSTOCHEN AUF USEDOM

Zinnowitz nach Tod von Maria im Ausnahmezustand

Sie war erst 18, lebte auf Usedom. Am Dienstag wurde Berufsschülerin Maria K. erstochen. Nach der furchtbaren Bluttat in Zinnowitz läuft die Suche nach Täter, Tatwaffe und Motiv auf Hochtouren.
Holger Schacht Holger Schacht
Voller Leben, voller Freude. Wer tötete Maria (18)? Noch gibt es keine heiße Spur.
Voller Leben, voller Freude. Wer tötete Maria (18)? Noch gibt es keine heiße Spur. Tilo Wallrodt
Tote 18-Jährige in Zinnowitz: Die Polizei sucht nach dem Täter.
Tote 18-Jährige in Zinnowitz: Die Polizei sucht nach dem Täter. Tilo Wallrodt
Polizisten durchsuchen in Zinnowitz einen Altglascontainer.
Polizisten durchsuchen in Zinnowitz einen Altglascontainer. Stefan Sauer
Ein Ermittler sichert Spuren an Marias Wohnhaus.
Ein Ermittler sichert Spuren an Marias Wohnhaus. Tilo Wallrodt
Beamte suchen die Tatwaffe und Hinweise.
Beamte suchen die Tatwaffe und Hinweise. Tilo Wallrodt
Zinnowitz.

Beim Blick auf Polizeieinsätze gilt eine einfache Regel. Je größer die Kavallerie, um so weniger wissen die Beamten. Auch am zweiten Tag nach dem Auffinden der Leiche von Maria K. (18) in der Waldstraße herrscht in Zinnowitz der Ausnahmezustand.

Ein Polizeihubschrauber kreist am Himmel, wieder ist ein Spürhund im Einsatz. Bereitschaftspolizisten durchkämmen mit Metallstäben die Gegend rund um das Todeshaus, in dem die junge Frau erstochen in ihrer Drei-Zimmer-Wohnung im Erdgeschoss von einer Freundin gefunden wurde.

Hier finden Sie eine Übersicht mit allen Artikel zum gewaltsamen Tod von Maria auf der Insel Usedom.

Tatwaffe in der Nähe entsorgt?

Polizeisprecherin Claudia Tupeit vom Polizeipräsidium Neubrandenburg: „Wir sind mit 60 Kräften vor Ort.“ Überprüft wurde jedes Gebüsch, jede Hecke. Die Ermittler haben die Hoffnung, dass der Killer nach der Bluttat in Panik geriet, die Tatwaffe im Mülleimer oder Flaschencontainer entsorgte.

Polizisten überprüften am Donnerstagvormittag erfolglos den Inhalt von Altglascontainern, suchten weggeworfene Kleidungsstücke mit Blutflecken. Der Täter könnte sich bei der Attacke auf Maria K. selbst verletzt haben. Inzwischen gingen bei der Polizei erste Hinweise ein. Polizeisprecherin Tupeit: „Wir hatten mehrere Anrufe und auch auf der Straße wird unseren Beamten von den Bürgern direkt was zugerufen.“ Die Suche nach Spuren im Umfeld des Tatortes sollte am Freitag mit Spürhunden fortgesetzt werden.

Traurige Gewissheit scheint: Maria war schwanger, als sie ermordet wurde. Ein 16-jähriger Junge meldete sich zu Wort, den die Bild-Zeitung als Marias festen Freund und Vater ihres ungeborenen Kindes vorstellt. Maria habe ihm erst wenige Tage vor ihrem Tod von der Schwangerschaft erzählt.

Marias Ex-Freund

Alex W. zur Bild: „Das war nicht geplant, das war nur ein dummer Zufall.“ Trotzdem habe sich das Paar auf das Baby gefreut. „Mit dem Kind wären wir auf ewig verbunden gewesen.“ Und dann spricht Alex W. auch noch über Marias Ex-Freund. Und behauptet: „Er hat Maria oft angeschrieben und sogar bedroht. Maria hat gesagt, dass er eifersüchtig auf unser Baby ist.“

Ein Satz, der während die Suche nach dem Täter auf Hochtouren läuft, auch als schwerwiegender Vorwurf interpretiert werden könnte. Der Nordkurier konfrontierte Marias ehemaligen Freund Daniel Sch. in Torgelow mit den Aussagen von Alex W.. In Schlafklamotten öffnet er die Tür, hinter ihm steht seine jetzige Freundin im Nachthemd. Schweigend hört sich Daniel Sch. die Vorwürfe an. Er wirkt aufgewühlt, sagt aber kein Wort. Als seine Freundin reden will, schlägt er die Tür zu.

Die Tötung von Maria K., die zwei Schwestern und eine alleinerziehende Mutter hatte, ist in Zinnowitz weiterhin Stadtgespräch. TV-Kamerateams schwirrten am Donnerstag durch das Ostseebad. Die Polizei richtete vorm Todeshaus eine mobile Pressestelle ein. Zivilbeamte befragten die Nachbarschaft.

Kein Tatverdächtiger, kein Motiv

Eine Anwohnerin zum Nordkurier: „Wir kannten die junge Frau nicht. In der Wohnung waren die Jalousien an den Fenstern immer heruntergelassen. Dauernd wechselten die Mieter, es war ein ständiges Kommen und Gehen.“

Offenbar war in der Wohnung früher eine betreute Wohngruppe untergebracht. Wie sich Maria K., die als nicht polizeibekannt gilt, sich die Miete leisten konnte, ist unklar. Zuletzt besuchte sie nach Angeben von Bekannten die Berufsschule in Wolgast.

Oberstaatsanwalt Martin Cloppenburg räumt ein: „Es gibt bisher keinen Tatverdächtigen und auch kein Motiv.

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