WAR DAS NÖTIG?

▶ Zirkus nach Tötung von entlaufenem Zebra entsetzt

Große Aufregung in Liepen: Ein Zebra liegt nach seiner Flucht über die A20 erschossen am Straßenrand. Tränen fließen. War das wirklich nötig? Der Zirkus und eine Zeugin erheben schwere Vorwürfe.
dpa
Das Zebra war gemeinsam mit einem Artgenossen, der später wieder eingefangen worden war, aus einem Zirkus in Tessin ausge
Das Zebra war gemeinsam mit einem Artgenossen, der später wieder eingefangen worden war, aus einem Zirkus in Tessin ausgebrochen. Bernd Wüstneck
Das Zebra hatte auf der Autobahn A20 einen Auffahrunfall verursacht.
Das Zebra hatte auf der Autobahn A20 einen Auffahrunfall verursacht. Bernd Wüstneck
Das Zebra wurde erschossen.
Das Zebra wurde erschossen. Bernd Wüstneck
Der Zirkus und eine Zeugin erheben schwere Vorwürfe.
Der Zirkus und eine Zeugin erheben schwere Vorwürfe. Bernd Wüstneck
Hätte es einfach eingefangen werden können?
Hätte es einfach eingefangen werden können? Bernd Wüstneck
Die A20 wurde zeitweise gesperrt.
Die A20 wurde zeitweise gesperrt. Bernd Wüstneck
Pumba lebt jetzt nicht mehr.
Pumba lebt jetzt nicht mehr. Tilo Wallrodt
Liepen.

Das Zebra Pumba liegt erschossen im Straßengraben in der kleinen Ortschaft Liepen, rund 40 Kilometer östlich von Rostock. Daneben stehen fünf Mitarbeiter des Circus Barlay. Die Tränen fließen, sie können es nicht fassen, dass ihr fünfjähriges Zebra tot ist. Neben der Trauer kommt auch Wut auf, die Emotionen kochen hoch. Denn nach Darstellung von Augenzeugen sei die Tötung nicht notwendig gewesen.

Zebras beim Ausladen geflüchtet

Das Drama hatte in der Nacht zu Mittwoch angefangen, als der Zirkus in Tessin ankam. Das Problem sei gewesen, dass sie mit ihren vier Schwertransportern und den Tieren nicht aufs Gelände fahren konnten, wie Zirkuschef Jonny Ortmann berichtet. Sonst wären die Tiere einfach ins Gehege gelaufen. Beim Ausladen seien die zwei Zebras abgehauen.

+++ Alle Artikel zum Zebra Pumba finden Sie hier +++

Laut Polizei ließ sich eines eingefangen und wurde zurückgebracht. Pumba ließ sich aber weder mit Futter noch mit anderen Methoden dazu bewegen zurückzukommen. Er lief am Mittwochmorgen auf die Autobahn 20 und verursachte dort einen Unfall. Beim Versuch, einen Zusammenstoß mit dem Zebra zu vermeiden, berührten sich zwei Autos. Verletzt wurde niemand. Die Autobahn wurde gesperrt.

 

Zebra mit zwei Schüssen getötet

Auf der weiteren Flucht überlief Pumba die Motorhaube eines Wagens und beschädigte einen Streifenwagen. Neben der Polizei wurde noch die Tierrettung der Rostocker Feuerwehr verständigt. Die Flucht Pumbas wurde in Liepen von einem Mitarbeiter der Tierrettung mit zwei Schüssen beendet.

Über Ablauf in dem rund 60-Einwohner-Ort Liepen gibt es zwei Versionen. Wie der Rostocker Stadtsprecher Ulrich Kunze berichtete, war der Einsatz eines Betäubungsgewehrs nicht möglich, da eine Gefährdung anderer nicht ausgeschlossen werden konnte. „Das Tier war nach Einschätzung der Mitarbeiter nicht zu bändigen.” Aus einer Distanz von rund 60 Metern sei nur der Schuss mit der scharfen Munition möglich gewesen. Anschließend sei noch ein Fangschuss abgegeben worden.

Zeugin: Tier hätte gefangen werden können

„Es ging doch gar keine Gefahr aus”, sagt dagegen Anwohnerin Petra Melchin. „Der war kaputt, der Kopf war unten.” Ihrer Meinung nach hätte direkt neben dem Tier nur ein fünf Meter entferntes Tor zu einem umzäunten Feld geöffnet werden müssen. „Er wäre reingelaufen und gut wäre es gewesen.” Es habe keinen Grund gegeben, das Tier zu töten. „Definitiv nicht.” Und dann habe der Schütze seine Schüsse aus naher Entfernung abgegeben: „Das waren keine zehn Meter.” Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Auch Zirkuschefin Adriane Ortmann ist entsetzt. Die Polizei habe zugesichert, dass Pumba nur betäubt werde. „Er hat ganz brav hier gestanden”, sagt sie dem Sender „Antenne Mecklenburg-Vorpommern”. Sein Ausflug wäre hier zu Ende gewesen. Alle seien geschockt.

Zirkus will Anzeige erstatten

Zirkus-Mitarbeiter kündigten an, Anzeige gegen den Schützen zu erstatten. Jonny Ortmann sagt, dass am Donnerstag die Premiere in Tessin trotzdem stattfinden werde. „Es muss ja weitergehen.” Das sei eben das Zirkusleben. Und es werde in der Manege auch wieder gelacht.

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Liepen

Kommende Events in Liepen

zur Homepage

Kommentare (18)

Welch ein Blödsinn, bei dem Einsatz eines Betäubungsgewehrs hat Gefahr für andere bestanden? Beim Einsatz einer scharfen Waffe nicht? Ein Fall für Extra3!!!
Lasst diese Schlumpschützen bloß regelmäßig auf den Schießstand, damit sie ihre Schießwut abbauen.
Was soll man denn nun glauben, "60 m" oder" keine 10m"? Bewaffnete Tierrettung? Donnerwetter was es alles gibt.

Selbt zum einfangen eines Zebras ist die Polizei unfähig. Das hat mit Tierettung nichts zu tun. Der Tierrettung sollte man die Lizenz entziehen. Da kam mal wieder der Killerinstinkt bei einigen der H**köpfe durch. Unglaublich!!!

In Indien werden amoklaufende Elefanten mit bis zu drei Betäubungsschüssen ruhig gestellt. In MV haben gestreifte, kleinere Amok-Elefanten hingegen keine Überlebenschance.

Wie lächerlich ist diese Tierrettung. Ich hoffe den Tidesschützen trifft die volle Kraft der deutschen Gesetze. Wolf und Elch dürfen tun was sie wollen, nur ein harmloses Zebra muss sterben....Wer schueßt demnächst in den Wohngebieten die vielen Wildsauen ab? Bei Problemen wendet euch an die Tierrettung, die sorgt garantiert für eine Lösung des Problems.

...des Betäubungsgewehres bestand eine Gefahr für andere. Kann ich durchaus nachvollziehen, denn das ist immer dann der Fall, das mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht gesagt werden kann, dass das Betäubungsmittel auch s o f o r t wirkt. Das Zebra hätte trotz Betäubungspfeil weiter laufen können. Der Bericht lässt offen ob es in der Nähe der Autobahn ist. So schmerzlich der Verlust des Zebras auch ist, aber muss es erst einen Toten geben auf der Autobahn? Die Verkehrsunfälle die das Zebra verursacht hat sind glimpflich ausgegangen.
Die Geschädigten der durch das Zebra verursachten Unfälle werden sich noch vertrauensvoll wegen der Schadensregulierung an ihn wenden.
Das ist sicher.

Du bist ein Sympathisant, früher sagte man Rotarsch

Die Polizeit stellt seit Jahren fleißig eine beeindruckende Inkompetenz im Umgang mit Tieren unter Beweis - und die sogenannte Tierrettung ist eine Farce!
Wenn man das verängstigte Tier die ganze Zeit vor sich hertreiben konnte, dann hätte man auch einen Betäubungsschuss wagen können.
Es muss ja in einer solchen Situation nicht unbedingt weitergerast werden - dann wird halt mal der Verkehr kurzzeitig heruntergebremst - wie ständig und überall praktiziert...

Wie soll man das verstehen, also unter Tierrettung verstehe ich etwas anderes.

.... bedeutet im Grunde nach, dass das Tier auch gerettet werden kann. Es gibt aber auch Situationen wo das nicht mehr der Fall ist. Die Anwendung der Schusswaffe war im vorliegend Fall wohl das Ultima ratio, das letzte Mittel um weitere Gefahren abzuwehren.
Weder der Cirkuschef noch seine Mitarbeiter waren in der Lage das Zebra einzufangen. Nach den mir vorliegenden Informationen war die Anwendung der Schusswaffe Verhltnismaßig und damit auch rechtmäßig.

Das ultima ration ist hier nichts weiter als ein Ausdruck der Hilflosigkeit. Es ist tierschutzwidrig ein Tier ohne vernünftigen Grund zu töten und ich gehe davon aus dass dieser Akt entsprechend geahndet wird!
Statt Menschen mit Tierverstand zu Rate zu ziehen trieben die Amtsträger das verängstigte Tier immer weiter vor sich her. FUTTER ist in solchen Fällen wohl kaum das Mittel der Wahl! Wir beobachten s

....seit Jahren dass Polizei und "Tierrettung" schlichtweg nicht wissen was sie tun!
Wenn schon niemand weiß wie man mit Fluchttieren umgeht, dann wäre statt des Einsatzes einer scharfen Waffe ein Betäubungsschuss durch einen Fachmenschen (und damit meine ich nicht von der Polizei) das Mittel der Wahl gewesen. Schade um das Leben das genommen wurde....

Wie sollen Sie auch, als kamen, war es schon erschossen. Schwachsinn von HP

Versuch mal ein Elefanten mit einer Walther P99 niederzustrecken. Ich kann schon verstehen, dass sie in diesen Fall eher das Betäubungsgewehr statt einer AK 47 vorziehen.

Dem Schütze, soll eine hohe Strafe treffen. Ein Elch darf ungestört umherlaufen. es gab ja auch eine andere Lösung, da war man zu faul zu.

... eine hohe Strafe treffen. Diese Forderung zu erheben, bevor die polizeilichen Ermittlungen abgeschossen sind widerspricht dem Grundprizipien eines rechtsstaatlichen Strafverfahrens.
Sie sollten mal den Art. 11 GG lesen. " „Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“
Damit ist Ihre Forderung ad absurdum geführt.

Richtig so, das es erschossen wurde. Wenn die vom Zirkus nicht richtig auf ihre Tiere auspassen können, müssen sie damit rechnen und brauchen jetzt nicht vor den Kamera´s umherheulen. In Dargun ist vor wenigen Tagen ein Kamel ausgebrochen - sicher vom gleichen Zirkus ! ! ! Übrigens hat der Elch keine Verkehrsunfälle verursacht und gehörte auch niemandem, der nicht ordentlich auf ihn aufgepasst hat.

Prima - falls Ihre Kinde oder Enkel mal auf der Straße oder an der Autobahn spielen, möglicherweise den Verkehr gefährden und Sie zudem nicht ordentlich darauf aufgepasst haben können diese ja dann auch getrost entsorgt werden.
Was zählt schon ein Leben, Strafe muss sein und Sie heulen dann sicher auch nicht herum, gell?

So ein menschenverachtenden Kommentar kann auch nur von links kommen.