Wer im gebährfähigen Alter ist und schwanger werden möchte, sollte genau darauf achten, welche Medikamente man
Wer im gebährfähigen Alter ist und schwanger werden möchte, sollte genau darauf achten, welche Medikamente man zu sich nimmt. Viele Alltags-Medikamente können sich schädlich auf das ungeborene Leben auswirken. Mascha Brichta
Ärzte warnen

Zu viele Frauen nehmen Medikamente, die Schwangerschaften gefährden

Laut einer Barmer-Studie haben im Jahr 2018 rund 20.000 Frauen in MV Medikamente erhalten, die potentiell dem Baby im Mutterleib gefährlich werden können. Die Studie erinnert an den Contergan-Skandal.
Rostock

Frauen im gebärfähigen Alter sollten vor einer Schwangerschaft die Einnahme von Arzneimitteln überprüfen. Medikamente, die das ungeborene Baby schädigen könnten, sollten wenn möglich schon zuvor umgestellt oder gegebenenfalls abgesetzt werden, sagte der Vorsitzende des Frauenärzte-Verbands in Mecklenburg-Vorpommern, Ulrich Freitag, am Mittwoch in Rostock.

Gewöhnliche Medikamente gegen Diabetes können schädlich fürs Baby sein

Meist handele es sich um Arzneimittel, die wegen einer chronischen Erkrankung – etwa bei Bluthochdruck oder Diabetes – eingenommen würden.

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Einer Studie der Krankenkasse Barmer zufolge haben in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2018 rund 20.000 Frauen zwischen 13 bis 49 Jahren ein Medikament erhalten, das potenziell schädigend auf ungeborenes Leben wirken könnte. Die Studie bezog sich grundsätzlich auf Frauen im gebärfähigen Alter, nicht nur auf Schwangere.

„Wenn Frauen solche Arzneimittel bekommen, dann ist ein sehr zuverlässiger Schutz vor Schwangerschaften notwendig”, sagte Freitag. Bei ungeplanten Schwangerschaften sei es notwendig, dass Frauenärzte auf die Medikationspläne zurückgreifen könnten.

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Der Studie zufolge gab jede fünfte Frau an, dass sie aus Sorge um das Baby Arzneimittel abgesetzt hat, ohne darüber mit Ärzten zu sprechen. Das wiederum könne aber die Schwangere und das Baby gefährden, warnte der Mediziner.

Studie erinnert an die Contergan-Tragödie

Spätestens seit der Contergan-Tragödie in den 1960er-Jahren sei die Industrie bei dem Thema Medikamente in der Schwangerschaft besonders sensibel, führt die Barmer-Studie aus. Damals war Contergan ein freiverkäufliches Schlafmittel und galt als harmlos. Doch die Anwendung führte bei mehr als 10.000 Kindern zu schweren Missbildungen verschiedener Organsysteme.

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